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Römerbriefe Im Big-Brother-Haus

Unsere Kommunalpolitiker leben auf wenigen Quadratmetern, es gibt lustige Spiele und Rasierschaum. Wir spinnen mal rum. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Immobilien in Frankfurt
Das einstige Institut für vergleichende Irrelevanz. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold

Göpfert: Wie heißt diese dämliche Sendung?

Leppert: Promi-Big-Brother. Läuft auf Sat. 1.

Göpfert: Das empfange ich nicht. Ich schaue nur Arte, 3Sat und Hessen-Fernsehen.

Leppert: Und demnächst Frankfurter-Rundschau-TV.

Promi-Big-Brother? Kennen Sie nicht, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik? Da leben eine Reihe Leute zusammen in einem Haus, und angeblich sind die Leute berühmt, aber das stimmt nicht. Jedenfalls gibt es zwei Bereiche, in einem ist alles ganz edel, während der andere ein vermüllter Innenhof ist. Und jeden Tag passieren aufregende Dinge: Ein gewisser Alphonso Williams erzählt, wie er seine Frau kennengelernt hat, und Katja Krasavice badet und rasie.... (ach, das können Sie sich bitteschön selbst ansehen oder es bleiben lassen).

Ach, das interessiert Sie gar nicht? Aber nun stellen Sie sich mal für eine Minute vor, Ihre FR hätte mehrere TV-Sender. Und auf FR3 liefe „Römer-Big-Brother“. Würden Sie das nicht schauen? Hier mal ein Trailer.

Die Show spielt in dem Gebäude am Kettenhofweg, in dem einst das Institut für vergleichende Irrelevanz residierte. Das Haus steht leer, keiner weiß was damit anzufangen, aber man musste es seinerzeit ja unbedingt räumen, damit sich die Linken nicht breitmachen. Immerhin kann dort „Römer-Big-Brother“ gedreht werden.

Reicher Bereich. Auftritt Uwe Schulz (FDP), murmelnd: „Rechts ist da, wo der Daumen links ist – oder umgekehrt? Egal, links und rechts, alles gleich, Hauptsache, diese Autonomen sind hier rausgeprügelt worden, hähähähä...“

Auftritt Manfred Zieran (Ökolinx): „Du bist ein Propagandamob, Schulz, und der Faschismus...“ Bürgermeister Uwe Becker (CDU) geht dazwischen und spricht salbungsvoll: „Meine Herren, wir müssen die Würde im Big-Brother-Haus wahren, sonst kommen wir in den Innenhof.“ Zwischenruf Martin Kliehm (Linke): „Da bin ich schon, nur weil ich gesagt habe, dass ich nicht in die Loge ins Stadion will.“ Hämisches Gelächter von Stella Schulz-Nurtsch aus dem reichen Bereich: „Ich mag die Loge, habe ich auch in die Facebook-Welt hinausposaunt, aber damals hieß ich noch anders, deshalb zählt das nicht mehr.“

Ein Gong ertönt, ein Spiel steht an. Jan Schneider (CDU) meldet sich freiwillig und fordert Sylvia Weber (SPD) zum Motorradrennen heraus. Weber sagt, sie mache mit, aber nur wenn sie nicht Motorradfahren muss, sondern sich mit Schneider im Spiel Grundstücke-für-Schulen-finden messen darf. Schneider lehnt ab, Weber ist beleidigt und bestellt sich was bei Sodexo. Nico Wehnemann (Fraktion) will gegen Horst Reschke (AfD) Flunkyball spielen, aber Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) lässt das nicht zu, weil Wehnemann ein „FCK AFD“-Shirt trägt und politische Shirts im Haus verboten sind. Wehnemann legt „Niemand muss Bulle sein“ von Feine Sahne Fischfilet auf, Zieran tanzt dazu Pogo, Christoph Schmitt (CDU) fordert, den Mietvertrag mit Zieran und Wehnemann unverzüglich zu beenden, Manuel Stock (Grüne) legt sein Veto ein, die FR-Reporter wollen ins Haus, um mit den beiden ein Streitgespräch zu machen, aber das ist der Regie zu langweilig, denn neben der Badewanne steht noch der Rasierschaum, weshalb die Stadtverordneten...

Und an dieser Stelle überlassen wir alles Weitere Ihrer Fantasie und verbleiben bis nächste Woche.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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