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Römerbriefe Hellmann for Oberbürgermeister

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann will Stadtoberhaupt werden. Wir unterstützen das. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Axel Hellmann
Axel Hellmann ist Präsident der Eintracht - und hat schon allein dadurch viel für Frankfurt getan. Foto: Rolf Oeser

Leppert: Ist die Katze aus dem Haus...

Göpfert: Dann tanzt die Maus.

Leppert: Genau.

Göpfert: Ich denke, Markus Frank hätte die Stadt einfach nicht verlassen dürfen.

Frank ist derzeit nämlich in Südkorea, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Auf Facebook gibt es Fotos, auf denen er eine total komische Brille trägt. Damit kann er gleichzeitig verfolgen, wie Peter Feldmann ohne jede Absprache im Römer verkündet, dass der Zoo für eine halbe Milliarde Euro saniert wird, und wie Bäppi LaBelle und Bernhard Ochs gemeinsam Weihnachten feiern. Ehrlich gesagt, sieht das Ding einigermaßen unvorteilhaft aus, aber das eigentliche Problem ist ja, dass Frank überhaupt weg ist. Denn an dem Dezernenten für alle Ressorts außer Tiernahrung führt kein Weg vorbei. Ohne ihn herrscht Anarchie. Der Höhepunkt: Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann erklärt während Franks Abwesenheit im Interview mit der „FAZ“, dass er Oberbürgermeister werden möchte. Krass.

Nun haben wir für diese Idee Sympathien. Denn zum einen sind wir ja alle Eintracht-Fans, zum zweiten ist Hellmann in Ordnung und hat uns mal bei einem FR-Stadtgespräch den Laden gerockt, und zum Dritten nennt er in der „FAZ“ auch schon sein Wahlprogramm. Das klingt gut. Bildung, Sport und Mietpreise als Themen, Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Region stärken. Das passt.

Doch alleine damit wird Hellmann nicht gewinnen. Deshalb hier unsere Tipps für eine erfolgreiche OB-Kandidatur.

1.) Hellmann braucht eine Partei. Ohne Partei kein Wahlsieg. Musste kürzlich erst Volker Stein erfahren. Bei CDU und SPD dürfte Hellmann von Jan Schneider und Mike Josef weggebissen werden, denn die freuen sich schon auf die Kampagne 2024. Aber die Grünen bräuchten mal wieder einen Kandidaten mit Siegchancen. Hellmann tritt also für die Grünen an – muss sich aber fortan vegetarisch ernähren, damit der Parteieintritt glaubhaft wirkt.

2.) Hellmann muss Stärke zeigen und sich mit den ganz Großen dieser Stadt anlegen. Deshalb kündigt er an, nach seinem Wahlsieg den Job von Markus Frank zu übernehmen. Nein, nicht nur das Sportressort. Hellmann soll auch Dezernent für Wirtschaft und Sicherheit werden. Und behaupte keiner, er habe dafür nicht die nötige Qualifikation. Einst schärfte er vor dem Eintracht-Spiel in Bordeaux den Fans ein: Ihr zündet nichts an, was die Hand verlässt. Ergebnis: keine Böller, keine Raketen, noch nicht einmal Zigarettenkippen in der Kurve. Das ist Deeskalation.

3.) Hellmann spielt Sport und Kultur nicht gegeneinander aus. Im Gegenteil. Er lässt das Eintracht-Lied „Im Herzen von Europa“ von den Stars der Oper singen und versteigert die CDs. Nach 35 Jahren ist dann Folgendes passiert: Die Stadtverordneten haben sich für ein Modell für die Zukunft der Bühnen entschieden, und Hellmann hat durch den Verkauf des Liedes genug Geld für die Umsetzung eingenommen.

4.) Schließlich: Hellmann braucht eine starke Jugendorganisation, die den politischen Gegner heftig angeht. In diesem Punkt ist er bereits adlerstark aufgestellt. Schneider hat die Junge Union, Josef hat die Jusos. Aber Hellmann hat die Ultras. Attacke!

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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