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Römerbriefe Geflüster auf der Party von OB Feldmann

Oberbürgermeister Peter Feldmann feiert seinen 60. Geburtstag. Mit lustigen Reden. Gesprächen der besonderen Art. Und mit Teigröllchen. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Peter Feldmann (SPD)
Selbst politische Gegner sagen: Die Geburtstagsparty von OB Peter Feldmann war ein schönes Fest. Foto: Rolf Oeser

Göpfert: Also, an seinem nächsten Geburtstag fährst Du aber in die Redaktion und schreibst den Text, und ich haue mir bis tief in die Nacht im Römer den Wanst voll.

Leppert: Hör auf zu jammern. Wir hatten das so ausgemacht. Du berichtest für die FR, ich esse.

Göpfert: Ich sage es ja nur, an seinem 61. Geburtstag machen wir es umgekehrt.

Leppert: Ich glaube, der Oberbürgermeister feiert nur seine runden Geburtstage.

Sie werden es bei uns gelesen haben, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Peter Feldmann hat im Rathaus seinen 60. Geburtstag gefeiert. Und selbst politische Gegner sagen: Es war ein schönes Fest. Es gab Teigröllchen mit Schafskäse und Spinat drin. Es gab gute und lustige Reden – in einer davon wurde ein sehr geschätzter Kollege der „FAZ“ namentlich erwähnt und umfassend zitiert.

Der gute Mann wirkte danach ein kleines bisschen peinlich berührt und hätte zur Feier des Tages den nicht erwähnten Römerbrief-Schreibern bestimmt ein Bier ausgegeben, aber das war ja ohnehin gratis. Es gab außerdem gute Gespräche, etwa zwischen dem Polizeipräsidenten und dem Fraktionschef der Linken. Echt jetzt, wir haben das gesehen. Gerhard Bereswill und Martin Kliehm haben sich lange unterhalten, wir haben die Begriffe „Antifa-Socke“ und „Rambo-Bulle“ genau verstanden. Nee, das war ein Scherz, das Gespräch lief freundlich-friedlich ab.

Es gab im Übrigen auch Geschenke. Die CDU hat Feldmann die Paulskirchen-Verfassung geschenkt. Das passt, denn der OB hat ja sein Herz für die Paulskirche entdeckt. Wobei es ein Gerücht ist, dass die CDU eigentlich die Hausordnung der Paulskirche schenken wollte. Dort steht nämlich bestimmt drin, dass man das Gebäude nicht besetzen darf, auch nicht mit dem Segen des Oberbürgermeisters.

Aber wo wir gerade bei Gerüchten sind. Was gab es denn noch an Geschenken? Wir wissen es nicht, weil der Gabentisch von einem Sicherheitsmann bewacht wurde. Da konnten wir nicht einfach die Präsente öffnen. Deshalb kommen hier unsere frei erfundenen Mutmaßungen, wer welches Geschenk gemacht haben könnte.

Die Grünen haben Peter Feldmann bestimmt eine Tageskarte für den RMV geschenkt. Also nicht wirklich geschenkt. Eine Rechnung über einen Euro haben sie beigelegt. Unterschrieben von der einstigen OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg. Mit handschriftlichem Vermerk: „Ein-Euro-Ticket war meine Idee, alter Nachmacher.“

Vom städtischen Protokoll gab es vermutlich das Buch „Der Mann, der zu spät kam“. Den Roman von Louis Begley kriegt man für 1,39 Euro im Internet. Das Buch ist eine Warnung an Menschen, die es wie der OB das eine oder andere Mal mit der Zeit nicht genau nehmen.

Und seine Frau? Die „schöne Zübeyde“ („Bild“-Zeitung) stürmte bei Feldmanns Dankesworten ans Rednerpult und küsste den OB, weil der nämlich gerade gesagt hatte, wie wichtig ihm die Familie ist. Das ist jetzt kein Gerücht. Genau so war es. Und das ist doch eigentlich Geschenk genug.

 

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