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Rödelheim An die Synagoge erinnern

Ein breites Bündnis in Rödelheim macht sich für eine Gedenkstätte stark, die an die ehemalige Synagoge im Stadtteil erinnern soll. Geplant ist, die einstige Grundfläche der Synagoge mit hellen Steinplatten nachzuempfinden. Zudem hat das Bündnis eine Veranstaltungsreihe geplant.

Mahnmal im Brentanopark für die zerstörte Synagoge der jüdischen Gemeinde Rödelheim. Foto: Rolf Oeser

Ein breites Bündnis von Vereinen, Initiativen und Kirchengemeinden will die frühere Synagoge im Stadtteil sichtbar machen und wieder mehr ins Bewusstsein rücken lassen. Eine Gedenkstätte soll im Inselgäßchen entstehen – an der Stelle, an der bis 1944 das jüdische Gotteshaus stand und seit 1979 ein Mahnmal daran erinnert. Geplant ist, die einstige Grundfläche der Synagoge mit ebenerdigen, hellen Steinplatten nachzuempfinden. Zudem hat das Bündnis „Synagoge Rödelheim“ eine Veranstaltungsreihe konzipiert, um an das jüdische Leben zu erinnern.

Seit zehn Jahren verfolgt der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) das Projekt. Jetzt haben Grünflächen-, Liegenschafts- und Denkmalamt die Bauvoranfrage positiv beschieden. Das hat gestern der stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Armin Kroneisen, mitgeteilt. Ende 2014, Anfang 2015 will der Verein den Bauantrag einreichen. Allerdings hängt das davon ab, ob die Finanzierung des 32 000 Euro teuren Projekts sichergestellt ist. Einen Zuschuss über 10 000 Euro hat der Ortsbeirat 7 zugesagt. Der Rest muss über Spenden finanziert werden.

Darum hat sich nun das Bündnis aus Kirchen, Bürgern und Institutionen aufgestellt. Nicht nur, um die Spenden einzutreiben, auch um den Stellenwert der Gedenkstätte zu dokumentieren. Immerhin hat es über 700 Jahre lang eine lebendige jüdische Gemeinde in Rödelheim gegeben. Die Nazis haben sie ausgelöscht – ermordet oder vertrieben.

„Um die Bevölkerung in das Vorhaben einbinden“, sagt Heiko Lüßmann von der Initiative Stolperstein Rödelheim, hat das Bündnis „Synagoge Rödelheim“ eine Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt. „Wir wollen damit die Bevölkerung für die Gedenkstätte begeistern“, erläutert Inge Pauls vom Förderverein der Stadtteilbücherei „FörSter“. Die Reihe umfasst in diesem Jahr eine Ausstellung, den Vortragsabend „Sie waren unsere Nachbarn“ (5. November), die Gedenkstunde am Mahnmal anlässlich der Pogromnacht 1938 (9. November) und einen Musikabend „Jazz gegen Apartheid“ (26. November). Für das nächste Jahr sind eine Lesung über Anne Frank sowie ein Zeitzeugengespräch geplant, kündigt Pauls an.

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