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„Rock gegen rechts“ Bunt, vielfältig und weltoffen

Die Veranstaltung „Rock gegen rechts“ will am 1. September auf dem Opernplatz ein Zeichen der Solidarität setzen.

Shantel
Öfter bei Frankfurter Großereignissen dabei: Shantel, hier beim Start der neuen Batschkapp. Foto: Michael Schick

Es gibt Musik und Kinderspiele, fast alle demokratischen Parteien machen mit, und Eintracht-Präsident Peter Fischer hat aufgerufen, „Farbe zu bekennen – da zu sein!“ Wo? Auf dem Opernplatz am 1. September, bei „Rock gegen rechts“. Ein Statement soll es werden, gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Frieden und Menschenrechte, Vielfalt und Solidarität in Frankfurt und der Region: So hat es der DGB als Veranstalter formuliert.

Ganz oben auf der Liste der Musiker, die auftreten, steht Stefan Hantel, kurz Shantel, mit seinem Bucovina Club Orkestar. Ihm sei etwas passiert, erzählt er am Donnerstag, das er erst nicht an die große Glocke hängte, das aber in diesem Zusammenhang wichtig sei: „Das hier hatte ich in der U-Bahn dabei“, er zeigt eine Kette mit einem Davidsstern, dem jüdischen Glaubenssymbol. „Es wurde mir vom Hals gerissen. Ich erzähle das, weil man wissen muss: Das gibt es in Frankfurt.“ 

Und noch etwas gebe es hier: Auftritte wie jenen der Rockgruppe Böhse Onkelz im Waldstadion, die oft mit der rechtsextremen Szene in Verbindung gebracht wurde und sich ebenso oft davon distanzierte. „Vom Saulus zum Paulus, das ist in Deutschland immer die bessere Story“, spielt Shantel auf Vermarktungsstrategien der Band an und sagt über ihr Konzert: „Das Publikum, der Spirit, die ganze Haltung, die da demonstriert wird, ist genau dieselbe, die auch Pegida transportiert. Nach dem Motto: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Ein Song wie „Bomberpilot“, der im Waldstadion gespielt worden sei (Text: „Ich bin Bomberpilot, ich bringe euch den Tod“), „ist für mich unappetitlich“, sagt Shantel. „Das alles ist für mich Anlass zu sagen: Ich will dagegenhalten.“

Er ist in großer Gesellschaft. Rund 100 Bündnispartner, vom Asta der Goethe-Uni bis zum Women’s March erklären sich solidarisch, darunter die demokratischen Parteien – außer der CDU. „Wir haben sie mehrmals gefragt, keine Reaktion“, sagt DGB-Regionsgeschäftsführer Philipp Jacks. Der christdemokratische Ordnungsdezernent Markus Frank habe die Organisatoren aber „gut unterstützt“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Der OB verweist auf die Tradition Frankfurts mit „Rock gegen rechts“ seit 1979. „Wie machen das nicht zum ersten Mal – wer dachte, das braucht man nicht mehr, hat sich geirrt.“ Es gebe auch heute Menschen, die andere verachten und ihren Hass spüren lassen. Aber die Stadt habe ihre Haltung: „Feindschaft gegenüber Dritten ist etwas Un-Frankfurterisches.“

Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bestätigt: „Wir wollen diese Stadt genauso, wie sie ist: bunt, vielfältig, weltoffen. Friedenspolitik heißt auch, gegen rechts zu rocken.“ 

Für Horst Trapp, Friedensbewegter der ersten Stunde und Sprecher der bundesweiten Informationsstelle Ostermarsch, ist das Konzert eine Gelegenheit, den Altersdurchschnitt zu senken. „Der Frieden war in letzter Zeit eher eine Sache derer, die den zweiten Weltkrieg mitgemacht haben“, sagt er. Organisatorin Daniela Cappelluti betont: „Es ist nicht nur ein Konzert – es ist ein Ereignis für die ganze Familie.“ 

Simon Umbach von der Naturfreundejugend ist es schließlich, der als Einziger die AfD beim Namen nennt, als ein Ziel der Aktion. „Es ist wichtig, Rassismus zu erkennen und zu benennen“, sagt er, „ich bin sehr froh, dass wir ein klares Zeichen setzen.“ Rock gegen rechts, sagt OB Feldmann, sei „kein Angriff, sondern der Versuch, zu bewahren, was wir Positives haben“. 

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