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RMV Smart Zahlen, was man wirklich fährt

Seit April testen Kunden ein neues Tarifsystem des RMV. Unser Autor hat RMV Smart für Sie ausprobiert.

Einfach einsteigen: das RMV-Ticket der Zukunft. Foto: RMV/Arne Landwehr

Seit April testen 6200 Kunden ein neues Tarifsystem des RMV. Der Fahrpreis berechnet sich nach den zurückgelegten Kilometern und nicht nach der Tarifzone. Bis Jahresende sollen erste Ergebnisse vorliegen. Einer der Testpersonen ist unser Autor.

Mit RMV Smart zu starten ist einfach. Die App aus dem Store aufs Smartphone laden, sich beim RMV als Nutzer anmelden, und schon ist man mit dem elektronischen Ticket unterwegs.

Ich fahre so ein- bis zweimal die Woche mit der S-Bahn von Hanau nach Frankfurt. Und dann auch nur eine Strecke, weil ich auf dem Heimweg das Fahrrad benutze. Da lohnt eine Zeitkarte nicht. Auf dem Bahnsteig dann kein Kramen nach Münzgeld für das Ticket, kein Ärger mehr über den Automaten, der anstelle einer Fahrkarte immer nur die Geldscheine wieder ausspuckt. Stattdessen einfach die App öffnen, Start und Ziel auswählen, eine der gefundenen Verbindungen antippen und den Kauf des Tickets bestätigen. Das geht schnell und zur Not auch noch nach dem Einsteigen – was natürlich nicht erlaubt ist. Außerdem sehe ich auf den ersten Blick, ob die Züge pünktlich fahren.

RMV Smart schickt mir jetzt zur Bestätigung eine E-Mail, außerdem ist das elektronische Ticket jederzeit auf dem Handy abrufbar – wenn denn mal ein Kontrolleur käme! Kam bislang aber keiner, obwohl ich jetzt schon seit dem 11. Mai smart fahre. Schade eigentlich. Umsonst bezahlt. Immerhin ist die Verbindung nach Frankfurt deutlich billiger geworden. Statt 8,25 Euro kostet die Strecke von Hanau-Steinheim bis zum Frankfurter Hauptbahnhof nur noch 5,18 Euro. Fahre ich für mehr als 20 Euro im Monat, bekomme ich von da an zehn Prozent Rabatt auf alle Tickets.

Die Strecke von Hanau über Offenbach nach Frankfurt hat eine Besonderheit. Im herkömmlichen Tarif berechnet sich der Preis nach den durchfahrenen Zonen. Das hat zur Folge, dass ein Ticket von Hanau bis zur Station Offenbach-Kaiserlei drei Euro kostet. Fährt man eine Station weiter bis Frankfurt-Mühlberg, muss man aber stolze 8,25 Euro zahlen. Fast das Dreifache. RMV smart, das den Preis nach gefahrenen Kilometern berechnet, ist da viel sympathischer. Die eine Station mehr schlägt da mit lediglich 44 Cent zu Buche.

Und die Nachteile? Es gibt bei RMV smart keine Zeitkarten zu kaufen, die Tickets gelten für maximal 90 Minuten (wer länger braucht, fährt schwarz bzw. muss noch einmal lösen). Und trotz der Zusicherung des Datenschutzes bleibt der Zweifel, ob mein digitales Ticket nicht doch Tür und Tor für die Erstellung meines Bewegungsprofils öffnet. Ach ja, und der Akku, der war zum Glück auch noch nie leer.

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