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Riederwaldtunnel Messgeräte kontrollieren den Baulärm

Der Lärm der Bauarbeiten für den Riederwaldtunnel in Frankfurt wird überwacht. Schallschutzwände sollen zusätzlichen Schutz bieten.

Riederwaldtunnel
Wenn in solchen Dimensionen gebaut wird, ist Lärm zu erwarten. Foto: Christoph Boeckheler

Ab der ersten Aprilwoche nimmt der Bau des Riederwaldtunnels Gestalt an, dann sind erste Lockerungsbohrungen geplant: Am Gleisdreieck und an der Borsigallee entstehen zunächst zwei unterirdische Leitungsbrücken für Strom, Wasser und Gas. Eine weitere Leitung folgt ab kommendem Jahr an der Lahmeyerstraße. Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil verspricht wenig Lärm und Erschütterungen.

Knapp hundert Anwohner und Stadtteilvertreter kamen am Dienstagabend zu einer Infoveranstaltung in der Heilig-Geist-Gemeinde, Hessen Mobil rückte mit einem Dutzend Planern und Experten an. „Wir werden den Baulärm und die Erschütterungen auf ein erträgliches Maß reduzieren“, verkündete Regionalleiter Alexander Pilz. Die Bauarbeiten würden deshalb mit Messungen begleitet.

Zur kontinuierlichen Lärmüberwachung werden kleine Schallpegelmesser an der Pestalozzischule, am Erlenbruch, der Borsigallee und der Wächtersbacher Straße installiert. „Wir werden die prognostizierten Werte einhalten“, ist sich Planungsrechtler Dietmar Hönig sicher. Etwaige Überschreitungen würden binnen eines Tages an die Behörde gemeldet.

Zudem sollen die Pestalozzischule nördlich der Baustelle am Gleisdreieck sowie die Erlenbruch-Anwohner südlich zwischen Rümelin- und Schäfflestraße durch zwei Schallschutzwände geschützt werden. Die Maschinenlaufzeiten würden auf acht Stunden täglich begrenzt, ab 20 Uhr seien bis morgens um 7 Uhr keine Arbeiten vorgesehen. Lautere Baumaßnahmen müssten vorher bei den Anwohnern angekündigt werden, zudem sollen geräuscharme Maschinen eingesetzt werden. Mit Verkehrsbeeinträchtigungen werde nicht gerechnet.

Im Kontakt mit Hauseigentümern

Nahegelegene Gebäude, an denen Erschütterungen Schäden verursachen könnten, würden untersucht. Mit den Hauseigentümern stehe man im direkten Kontakt. „Es werden aber höchstens Gläser im Schrank klappern“, sagte Sachverständiger Martin Forst. „Ein Gebäude kann aber viel mehr verkraften.“ Rund um die beiden Baustellen sollen vier schuhkartongroße Messgeräte postiert werden. Die Daten würden in Sekunden an Hessen Mobil übermittelt, bei größeren Erschütterungen könne man umgehend gegensteuern.

Ob die Arbeit dann sofort ruhe, hakte Ortsbeiratsmitglied Peter Schlüter (SPD) nach. „Wir können die Arbeiten nicht ständig unterbrechen“, erklärte Martin Forst. „Sonst verlängern wir die gesamte Bauzeit.“ Ab einem Grenzwert von vertikal fünf Millimetern pro Sekunde gäbe es aber tatsächlich einen sofortigen Baustopp. Bei einem Erdbeben können ab diesem Wert Risse in Hauswänden entstehen.

Der Riederwälder Quartiersmanager Sebastian Wolff kritisierte die bisherige Informationspolitik von Hessen Mobil. „Erarbeiten Sie mit den Ansprechpartnern vor Ort doch ein aktuelles Infosystem“, schlug Wolff vor. „Das werden wir aufgreifen“, sagte Regionalbevollmächtigter Pilz auf FR-Nachfrage. „Wir suchen nach möglichen Multiplikatoren vor Ort.“

Grundsätzliche Kritik kam erneut vom Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn: „Die Öffentlichkeit wurde in das Planänderungsverfahren nicht einbezogen, eine Schande“, rief AUA-Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck. „Wenn keine unzumutbaren Beeinträchtigungen der Anwohner zu befürchten sind, dürfen wir darauf verzichten“, erklärte Planungsrechtler Hönig.

Was die kommenden Jahre angeht, musste Alexander Pilz einräumen: „Beim eigentlichen Tunnelbau werden wir größere Beeinträchtigungen haben als bei den Leitungsbrücken.“ Bei Lärmüberschreitungen hätten die Anwohner ein Recht auf finanzielle Entschädigung.

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