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Riederwaldtunnel Lärm lässt Mieter zittern

Das Land leitet beim Bau des Riederwaldtunnels im Frankfurter Stadtteil Riederwald die U-Bahn näher ans Wohngebiet. Endgültig sind die Pläne dafür noch nicht. Aber sollten sie umgesetzt werden, wird das Haus Flinschstraße 1 unbewohnbar sein. Die Ungewissheit setzt den Mietern zu.

22.11.2013 15:15
Von Luis Reiß
Sophia Mazlis lebt an der Baustelle Riederwaldtunnel. Foto: Alex Kraus

Das Land leitet beim Bau des Riederwaldtunnels im Frankfurter Stadtteil Riederwald die U-Bahn näher ans Wohngebiet. Endgültig sind die Pläne dafür noch nicht. Aber sollten sie umgesetzt werden, wird das Haus Flinschstraße 1 unbewohnbar sein. Die Ungewissheit setzt den Mietern zu.

Schlechter Umgang mit den Anwohnern? „Gar kein Umgang ist das“, ärgert sich Sofia Mazlis. Sie müsse endlich wissen, wie es weitergeht. Mazlis wohnt zur Miete an der Flinschstraße im Riederwald, Hausnummer 1. Wenn der Bau des Riederwaldtunnels beginnt, könnte wenige Meter von ihrem Balkon entfernt eine oberirdisch fahrende U-Bahn vorbeirauschen. Das ist die eine Variante. Möglichkeit zwei: Ihr Haus wird abgerissen. Was davon genau eintritt, weiß derzeit niemand. Die Leidtragenden sind Sofia Mazlis und ihre Nachbarn.

Was ist Auslöser der großen Unsicherheit? Der künftige Autobahntunnel wird zwischen Flinsch- und Haenischstraße unter der heutigen U-Bahn-Trasse der Linien 4 und 7 liegen. Während der Tunnel gebaut wird, müssen die Schienen also provisorisch verlegt werden. Nach aktueller Planung würden sie rund um das Haus von Sofia Mazlis führen.

Endgültig sind diese Pläne aber nicht. Wie Hessen mobil-Sprecherin Monica Bielesch erklärt, stehen die Ergebnisse einer Untersuchung zur Belastung durch Lärm- und Erschütterungen noch aus. Auf Grundlage dieser Studie werden anschließend die nötigen Schutzmaßnahmen für das Gebäude bestimmt. „Es könnten Schallschutzfenster oder die vollständige Abschirmung der Balkone nötig sein“, erklärt Bielesch.

Derzeit, fügt sie hinzu, verhandele Hessen mobil aber auch mit dem Eigentümer des Hauses, der Wohnheim GmbH, über einen Kauf. Das bedeutet: Sollte die Studie zeigen, dass Lärm und Erschütterungen die Flinschstraße 1 unbewohnbar machen, würde das Land die Immobilie wohl kaufen und abreißen.

Hessen mobil reagiert nicht

Die Wohnheim GmbH ist auf Hessen mobil aber nicht gut zu sprechen. Aktuell herrsche Funkstille, berichtet Andrea Lehr. „Auf mehrere Anfragen zur Zukunft des Gebäudes hat Hessen mobil bis heute nicht reagiert“, erklärt sie. Nicht nur die Bewohner, auch die Wohnungsgesellschaft selbst sei daher mit der Situation unzufrieden. „Wir möchten schnell wissen, wie es weitergeht“, sagt Lehr. Die Mieter werde die Wohnheim GmbH jedenfalls nicht im Stich lassen. „Falls ein Umzug nötig wird, werden wir die individuellen Wünsche berücksichtigen und Ersatz anbieten“, verspricht sie.

Für Ersatzwohnungen im Stadtteil setzt sich nun auch der Ortsverband Riederwald der SPD ein. „Das Haus Flinschstraße 1 wird unbewohnbar sein“, heißt es im Antrag an den Magistrat, über den am Montag im Ortsbeirat 11 abgestimmt wird.

In der Zwischenzeit muss Sofia Mazlis weiter warten. Vorübergehend ausziehen? „Das kommt nicht in Frage“, betont sie. Sie wolle eine endgültige Lösung – und, dass ihre „verrückte Situation“ endlich ein Ende habe. „Egal an welche Institution ich mich wende, immer wird meine Anfrage nur weitergereicht. Es fehlt ein Ansprechpartner für die Menschen vor Ort“, findet sie.

Der Ortsbeirat 11 tagt am Montag, 25. November, ab 19.30 Uhr im Festsaal der Budge-Stiftung, 2. Obergeschoss, Wilhelmshöher Straße 279.

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