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Riederwaldtunnel Grundschule will Schutz

Die Pestalozzischule im Riederwald sorgt sich wegen des Riederwaldtunnels.

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Schüler der Pestalozzischule demonstrierten im Oktober 2017 gegen den Riederwaldtunnel. Foto: Rolf Oeser

Hessen Mobil will in gut einem Monat die Einwendungen der Bürger zum Planänderungsverfahren beim Riederwaldtunnel diskutieren. Das sagte Inge Wendel (SPD) aus dem Riederwald am Dienstagabend im Verkehrsausschuss. Ihr sei eine Einladung für einen Termin am 11. bis 14. September zugegangen; sie habe selbst auch Einwendungen erhoben.

„Es ist aber sehr ungewöhnlich, dass die Veranstaltung nicht in der Pestalozzischule stattfindet, sondern im Saalbau Griesheim“ - also quasi am anderen Ende der Stadt, sagte sie. Es hätten Anwohner aus den Seniorenheimen Einwendungen eingereicht, die wohl nicht alle in der Lage seien, die Fahrt auf sich zu nehmen.

„Der Magistrat sollte bei Hessen Mobil nachhören, ob das so sein muss“, sagte Wolfgang Siefert (Grüne), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, woraufhin Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) nickte und gleichwohl betonte: „Wir sind nicht Herr des Verfahrens.“

Vom Bau des Riederwaldtunnels in den Jahren 2020 bis 2027 ist auch die Pestalozzischule betroffen, eine Grundschule für 260 Kinder. Die Schulleiterin Miriam Boiar sagte im Verkehrsausschuss, sie fühle sich „von der Stadt recht allein gelassen“ und regte einen besseren Austausch von Stadtverwaltung und Schule in Fragen des Lärmschutzes beim Bau des Riederwaldtunnels an. „Wir müssen enger zusammenarbeiten, damit dass für die Kinder einigermaßen gut wird.“

Lärmschutz auch Thema im Ortsbeirat

Der Lärmschutz an der Pestalozzischule hatte auch am Montag den Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) beschäftigt. Mit zwei Anträgen forderten die Ortsbeiratsmitglieder den Magistrat zum Handeln auf. Ein von der SPD eingebrachter Antrag setzt sich für den Einbau einer Lüftungsanlage an der Pestalozzischule ein. Damit widersprachen die Antragssteller der Einschätzung des Magistrats. In einem Bericht vom vergangenen Juni sprach der sich gegen eine Lüftungsanlage aus. Der Einbau in dem denkmalgeschützten Gebäude sei nur mit „sehr großem Aufwand und deutlichen räumlichen Verlusten möglich“, urteilte der Magistrat. Stattdessen sollten die Lehrer in den Pausen die Fenster öffnen und so für frische Luft sorgen.

Der Einbau einer solchen Anlage sei „eine absolut notwendige Maßnahme“, heißt es dagegen in dem SPD-Antrag, der ohne Diskussion und gegen die Stimmen der CDU im Ortsbeirat verabschiedet wurde. Nur in der Pause zu lüften reiche nicht aus. Aufgrund des zu erwartenden Baulärms sei es nicht möglich, während des Unterrichts die Fenster zu öffnen. Ein weiterer Antrag der Sozialdemokraten bezog sich auf die Lärmschutzwand. Um die Kinder der Pestalozzischule zu schützen, müsse diese um 260 Meter über die Haenischstraße verlängert werden, heißt es in dem einstimmig verabschiedeten Antrag.

Der Magistrat sieht das scheinbar ähnlich: Dass die Lärmschutzwand verlängert wird, „wäre sehr zu wünschen“ schreibt er in seiner Stellungnahme. Man wisse allerdings nicht, ob Hessen Mobil das derzeit plane. Ortsbeiratsmitglied Susanna Bornmann (SPD) bezeichnete das am Montag als „schlechten Witz“. Es könne nicht angehen, dass der Magistrat das Problem erkenne, aber Hessen Mobil nicht eindeutig zum Handeln auffordere.

Schon am Montag hatte Rainer Frey von der Bürgeriniative Riederwald im Bildungsausschuss auf das drohende Lärmproblem an der Grundschule hingewiesen. Im Verkehrsausschuss am Dienstag unterstütze Hubert Schmitt (SPD) die Anregungen des Ortsbeirats. „Hessen Mobil muss auf die Anregungen reagieren“, sagte Stadtrat Oesterling. Wolfgang Siefert (Grüne) rechnete damit, dass das vier Wochen dauern werde.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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