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Riederwaldtunnel Demo gegen Riederwaldtunnel

Vorarbeiten für den Bau des Riederwaldtunnels bringen den Menschen in dem Frankfurter Stadtteil Lärm und Schmutz. Erwachsene und Kinder protestieren dagegen. Sie werfen Hessen Mobil vor, die gesetzliche Pflicht für ausreichenden Lärmschutz missachtet zu haben.

Ganze Familien protestieren gegen den Riederwaldtunnel. Foto: Christoph Boeckheler

Vorarbeiten für den Bau des Riederwaldtunnels bringen den Menschen in dem Frankfurter Stadtteil Lärm und Schmutz. Erwachsene und Kinder protestieren dagegen. Sie werfen Hessen Mobil vor, die gesetzliche Pflicht für ausreichenden Lärmschutz missachtet zu haben.

Rund 130 Menschen, darunter 40 Kinder, haben am Dienstagnachmittag mit Trommeln, Rasseln und Mundschutz gegen den Bau des Riederwaldtunnels demonstriert. Kinder trugen Plakate mit Sätzen wie „Wir wollen keinen Krach – die Autobahn braucht ein Dach“ und „Wir wollen einen sicheren Schulweg“. Die Straße Am Erlenbruch war vorübergehend gesperrt, der Verkehr stand still.

Seitdem er 2010 in den Riederwald gezogen sei, habe sich der Stadtteil stark verändert, berichtet Peter Bühl, der in der Vatterstraße wohnt. Die ruhige Wohnlage nahe Kleingärten sei einem „Trümmerfeld“ gewichen. Seit Beginn der Arbeiten sei das Wohnviertel schlammig und schmutzig geworden.

Während der „Proberammungen“ von Hessen Mobil habe er in seiner Kanzlei nicht mehr ruhig arbeiten können, sagte Bühl. Auch das Lernen der Kinder in der Pestalozzischule habe unter dem Lärm „von morgens 7 Uhr bis in die Dunkelheit“ gelitten. Bühl sieht darin nur einen Vorgeschmack auf das, was dem Stadtteil in den nächsten sieben Jahren droht: „Bis in die Schädelknochen dröhnender Lärm.“

Die gesetzliche Pflicht für ausreichend Lärmschutz habe Hessen Mobil missachtet, so Bühl. Mobile Lärmschutzwände seien trotz fortschreitender Arbeiten abgebaut worden. Auch setze Hessen Mobil in Wohngebieten nicht ausschließlich lärm- und schadstoffarme Fahrzeuge ein. Das stehe im Gegensatz zu dem, was Hessen-Mobil-Präsident Burkhard Vieth brieflich versichert habe. Besonders krass bewertet Bühl die Situation an der Vatterstraße, wo die U-Bahn-Linie dicht an die Häuser verlegt wird. „40 Wohnungen werden damit unbewohnbar“, glaubt Bühl.

Dreieck Seckbach angemeldet

Auch die Wohnheim GmbH, die rund 400 Wohnungen an der Vatterstraße und Flinschstraße besitzt, sieht Hessen Mobil beim Lärmschutz in der Verantwortung. „Wir können nichts machen“, sagte Prokuristin Andrea Lehr. Verträge mit der Baubehörde lägen aber noch nicht vor.

Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald (BIR), erklärte auf der Demo, dass das Land Hessen sich für ein neues Autobahndreieck Seckbach starkmache. Das Land habe das Dreieck direkt hinter der Anschlussstelle Friedberger Landstraße für den Bundesverkehrswegeplan 2015 vorgeschlagen. Das Dreieck Seckbach wäre ein Teil der sogenannte Alleenspange, die Verkehr von der A 661 auf die Seckbacher und zur Friedberger Landstraße leiten würde, und dann auf den Alleenring und die A 66 im Westen. Frey warnt, dass damit eine neue Pendlertrasse quer durch die Stadt entstehen könnte. Die Pläne für den Alleentunnel, der Frankfurt zwischen Miquelallee und Friedberger Landstraße untertunneln sollte, hat das Land Hessen aufgegeben. Allerdings sind Alleenspange und Alleentunnel seit 1980 gemeinsam planfestgestellt.

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