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Riederwald Gefährlicher Schulweg über den Erlenbruch

Die Grundschüler der Pestalozzischule im Riederwald müssen jeden Tag die viel befahrende Straße am Erlenbruch überqueren. Für ihre Dokumentation bekommen sie den Mobilitäts-Preis - doch ändern kann die Stadt an der Gefahrensituation nichts, sagt der Verkehrsdezernent.

Verkehrsdezernent Majer verleiht Preise an drei beispielhafte Mobilitätsprojekte Frankfurter Schulen. Foto: Christoph Boeckheler

Medine und Johann haben „Angst“ auf dem Weg zur Schule. Die beiden Siebenjährigen gehen auf die Pestalozzi-Grundschule im Riederwald und müssen jeden Morgen die viel befahrene Straße Am Erlenbruch überqueren, auf der auch die U-Bahn entlangfährt. Für Straße und U-Bahn gibt es zwei Fußgänger-Ampeln, die jedoch nicht gleichgeschaltet sind, so dass man auf einem schmalen Streifen zwischen Gleisen und Straße warten muss.

„Das ist gefährlich“, findet Lehrerin Barbara Wirth. Deshalb hat sie mit den zweiten Klassen der Pestalozzischule diese und weitere Gefahrenstellen im Stadtteil mit Fotos dokumentiert. „Die Schüler haben überlegt, ob man einen Tunnel oder eine Brücke bauen kann“, sagte sie. Gestern wurden sie von Verkehrsdezernent Stefan Majer in der Schule für ihre Aktion zur „Europäischen Woche der Mobilität“ ausgezeichnet. Majer sagte: „Das Wichtigste ist, dass der Weg zur Schule und nach Hause sicher ist.“

Zu dem Gefahrenpunkt konnte er den Schülern keine gute Nachricht überbringen: „Das ist schon seit vielen Jahren eine schwierige Stelle. Im Moment sehen wir keine Chance, dass ihr dort in einem Zug über die Straße gehen könnt.“ Er lobte das Engagement der Schüler: „Ihr habt euch Gedanken gemacht, das finde ich klasse.“ Als Preis erhielten die Kinder Eintrittskarten für das Explora-Museum.

Achtklässler der Deutschherrnschule ausgezeichnet

Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Achtklässler der Deutschherrenschule in Sachsenhausen. Sie waren nach den Sommerferien durch den Grüngürtel von Bonames nach Schwanheim geradelt und hatten viel erlebt: „41 Brücken“ gezählt, „bittere“ Äpfel der Sorte Speierling probiert und sich in der Schwanheimer Düne „wie in Südfrankreich“ gefühlt, berichteten Helin, Gülniha und Jakob. „Etwa 35 Kilometer sind wir geradelt“, sagte Lehrerin Christiane Müller. Sie hatte die Idee zur Tour.

Majer sagte in seiner Rede: „Ihr habt erfahren, dass es viel Grün in Frankfurt gibt.“ Jürgen Blum vom Verein „Umweltlernen“, der die Schüler auf der Radtour begleitete, sagte: „Die aktive Mobilität soll von den Jugendlichen auch auf die Eltern überspringen.“ Das bestätigte die 13-jährige Helin, die nach dem Klassen-Ausflug begonnen habe, mit dem Vater zu radeln, während die 14-jährige Gülniha mit der Mutter in die Pedale trete. Nach der ersten Teilstrecke des Rad-Rundweges wollen sie in zwei weiteren Etappen den gesamten Grüngürtel erradeln. Vorher dürfen sie zur Belohnung für die gestrampelten Kilometer das Dialogmuseum besuchen.

Über Gutscheine für neue Spielgeräte durfte sich die Schule am Erlenbach freuen. Alle 170 Kinder der Nieder-Erlenbacher Grundschule konnten „Meilen“ sammeln, wenn sie zu Fuß statt per Auto zur Schule kamen. In einem Ausweis bekamen sie Stempel. „Wir haben 2853 Meilen gesammelt“, sagte Lehrerin Ursula Lotzkat. Sie will die Gutscheine gegen „Stelzen und Slacklines“ tauschen.

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