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Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV soll Fahrplandaten offenlegen

Mit einem Antragspaket will die SPD im Römer für mehr Transparenz und besseren Service im Nahverkehr kämpfen. Eine ihrer Forderungen: Der RMV müsse endlich seine Fahrplandaten Internet-Kartendiensten wie Google Route zur Verfügung stellen.

Solche Fahrplandaten würden die Internet-Kartendienste gerne nutzen. Doch der RMV stellt sie ihnen nicht zur Verfügung. Foto: Petra Welzel

Die Stadt sollte sich nach Ansicht der SPD-Fraktion dafür einsetzen, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seine gesamten Fahrplandaten veröffentlicht und für den allgemeinen Gebrauch zur Verfügung stellt. Weil der RMV sich bisher weigere, finde man, wie Fraktionschef Klaus Oesterling am Mittwoch demonstrierte, über Kartendienste wie Google Route zwar etwa heraus, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Peking nach Lhasa oder von der 42. Straße in Manhattan in den Zoo in der Bronx gelangt, aber nicht, wie man von Nieder-Erlenbach nach Oberrad kommt. Google Route und andere Dienste können in Frankfurt nur auf Fahrplandaten des S-Bahn-Netzes zurückgreifen, nicht aber auf die von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen.

Dass der RMV Konkurrenz für sein eigenes Auskunftsangebot befürchtet, findet Oesterling „hinterwäldlerisch“. Touristen aus Japan etwa kämen mit diesem zudem wohl kaum zurecht. Besser mache es der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, dessen Daten inzwischen von jedermann verwendet werden könnten.

Die Forderung nach Veröffentlichung der Fahrplandaten gehört zu einem fünfteiligen Antragspaket, mit dem die SPD im Römer für mehr Transparenz und besseren Service im öffentlichen Verkehr kämpfen will. In den Anträgen dringt sie etwa darauf, dass die Ergebnisse der Fahrgastzählungen zum allgemeinen Gebrauch ins Netz gestellt werden. Denn diese erleichterten es Initiativen und Bürgern, sich in verkehrspolitische Debatten einzumischen.

Um den Service besonders für ältere und gehbehinderte Passagiere sowie Eltern mit Kinderwagen zu verbessern, sollte sich der Magistrat nach Ansicht der SPD auch dafür einsetzen, dass die Bahn und die Verkehrsgesellschaft online informieren, ob die Rolltreppen und Aufzüge an den Stationen funktionieren. Am besten sei es, dies als Zusatzinformationen in die Fahrplanauskünfte einzufügen, sagte Oesterling. Wer vorher wisse, dass etwa die Rolltreppe am U-Bahn-Halt Römer defekt sei, könne dann überlegen, ob er am Willy-Brandt-Platz aussteigt. In Stuttgart plane die Deutsche Bahn bereits ein entsprechendes Pilotprojekt für die Aufzüge und Rolltreppen der dortigen S-Bahn-Stationen.

Lärm der Güterzüge messen

Um die Diskussion über den Lärm, den Güterzüge verursachen, auf Grundlage von Fakten führen zu können, sollte die Stadt nach Ansicht der SPD-Fraktion zudem die Deutsche Bahn auffordern, an vier stark von solchen Zügen befahrenen Stellen im Stadtgebiet Lärm-Messstationen einzurichten. Falls diese sich weigere, könne auch die Stadt die Messungen vornehmen, sagte Oesterling. Die Ergebnisse sollten nach seinen Vorstellungen ebenso wie die der Fluglärmüberwachung von jedem im Internet eingesehen werden können.

Für mehr Transparenz sollte sich die Stadt nach Ansicht Oesterlings auch bei der Frage bemühen, wann welche Güterzüge auf welchen Strecken durch Frankfurt unterwegs sind. Sie sollte die Deutsche Bahn auffordern, die Güterzugfahrpläne nach dem Vorbild der Schweizer Bundesbahn zu veröffentlichen. Auf einer Internetseite der SBB ist es sogar möglich, bis ins Jahr 2006 nachzuverfolgen, wie viele Züge auf einer bestimmten Strecke in einem bestimmten Zeitraum unterwegs waren. „Was in der Schweiz möglich ist, sollte auch bei uns möglich sein“, warb Oesterling am Mittwoch.

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