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Rechtsradikalismus Neonazis neigen zur Gewalt

Neonazis schlagen auch in Hessen zu. Immer wieder greifen Mitglieder der Szene tatsächliche oder vermeintliche Gegner an – oder auch einfach Menschen, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen.

Immer mehr Rechtsextreme in Hessen besitzen nach Angaben der Landesregierung Waffen. (Symbolbild) Foto: dpa

Auch wenn sie oft das Gegenteil behaupten: Neonazis neigen zur Gewalt. Diese Erkenntnis gilt auch in Hessen. Immer wieder greifen Mitglieder der Szene tatsächliche oder vermeintliche Gegner an – oder auch einfach Menschen, die nicht in ihr rassistisches Weltbild passen.

Die spektakulärste rechte Gewalttat der jüngsten Zeit ereignete sich in Kassel: Dem bekannten und mehrfach vorbestraften Neonazi-Anführer Bernd T. wird vorgeworfen, im April vergangenen Jahres mit einigen Kameraden von seiner Truppe „Sturm 18“ einen 46-Jährigen eine Woche lang gefangen gehalten und misshandelt zu haben. Der Prozess gegen T., der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, soll im März beginnen; es geht unter anderem um Freiheitsberaubung, räuberische Erpressung und Nötigung.

Voraussichtlich ab Juli wird sich auch ein junger Rechtsradikaler aus Reiskirchen (Landkreis Gießen) vor Gericht verantworten müssen. Gemeinsam mit anderen Neonazis aus der Gegend soll der 24-Jährige im vergangenen Juli betrunken vor einem linken Wohnprojekt in Reiskirchen-Saasen randaliert haben. Dabei wurden eine Tür beschädigt und mehrere Fenster eingeschlagen.

Waffenscheine und Waffen

Auch ein weiterer Übergriff hessischer Neonazis aus 2015 wird bald juristische Konsequenzen haben: Rund 40 Anhänger der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN), der Jugendorganisation der NPD, hatten am 1. Mai vergangenen Jahres eine DGB-Kundgebung in Weimar angegriffen, auch zwei Neonazis aus Hessen waren damals dabei. Einem von ihnen wird demnächst vor dem Amtsgericht Weimar der Prozess gemacht – wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Zuletzt sorgte in Hessen eine brisante Nachricht für Unruhe: Nach Angaben der Landesregierung besitzen immer mehr Mitglieder der rechten Szene Waffenscheine und legale Waffen. Demnach sind es aktuell 90 Schusswaffen, die sich in den Händen bekannter Rechtsradikaler befinden. Ende 2012 waren es noch 14 gewesen.

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