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Rechte Konferenz in Kelsterbach Bunte Demo gegen „Demo für alle“

Am Samstag tagt in Kelsterbach (Kreis Groß-Gerau) ein Symposium der rechten „Demo für alle“. Es formiert sich Widerstand - auch an der Hauptwache in Frankfurt.

Protest gegen „Demo für alle
Gegenwehr: So sah es in Wiesbaden aus, als im Juni Menschen gegen die rechte „Demo für alle“ protestierten. Foto: Michael Schick

Für Hedwig von Beverfoerde ist die Sache einfach. Diejenigen, die sich da am Samstag auf der Hauptwache versammeln wollten, die hätten einfach keine Argumente, sagt die Sprecherin der rechten Organisation „Demo für alle“. „Was ich da bisher mitbekommen habe, war eigentlich mit keinerlei Inhalt gefüllt“, sagt von Beverfoerde. Das Einzige, was den Kritikern einfalle, seien „diffamierende und verleumderische Aussagen gegen uns“. Sie und ihre Mitstreiter von der „Demo für alle“ planten dagegen eine „ernstzunehmende Vortragsveranstaltung“ mit renommierten Rednern. Dass sich von den Kritikern offenbar niemand mit deren Inhalten auseinandersetzen wolle, sagt von Beverfoerde, sei im Grunde „ziemlich arm“.

Die Menschen, die am Samstag auf der Hauptwache gegen die „Demo für alle“ demonstrieren wollen, werden sich von diesen Ausführungen von Hedwig von Beverfoerde wohl kaum entmutigen lassen. Es ist ein breites Bündnis aus Frankfurter Aidshilfe, allen großen Parteien, Kirchenvertretern, Verbänden, Mitgliedern von Magistrat und hessischer Landesregierung sowie unterschiedlichen Gruppen und Verbänden aus der LGBTIQ-Community (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans- und Intersexuell sowie Queer), das sich der „Demo für alle“ entgegenstellen will. Die umstrittene Organisation, die von evangelikalen sowie christlich-konservativen bis rechtsradikalen Gruppen unterstützt wird, plant für Samstag von 11 bis 18 Uhr eine Konferenz mit dem Titel „Öffnung der Ehe – Folgen für alle“. Den Ort hält sie geheim. Bislang war man von Frankfurt ausgegangen. Nach FR-Informationen soll die Veranstaltung in Kelsterbach stattfinden. Unterschiedliche Redner wie die Autorin Birgit Kelle wollen dabei über die im vergangenen Jahr vom Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare, Adoptionsrecht und Leihmutterschaft diskutieren – und dabei auch das klassische Familienmodell aus Mann, Frau und Kindern propagieren.

In den letzten Jahren hat die „Demo für alle“ in Baden-Württemberg und Hessen Demonstrationen gegen neue Bildungspläne zum Sexualkundeunterricht organisiert und dabei vor einer vermeintlichen „Frühsexualisierung“ von Schulkindern gewarnt. An einer „Demo für alle“ im Oktober 2015  in Wiesbaden hatten sich auch AfD-Mitglieder, Aktivisten der rassistischen „Identitären Bewegung“, NPD-Politiker und militante Neonazis beteiligt. In Wiesbaden hatte es damals massiven Protest gegen die „Demo für alle“ gegeben.

Und so wird es auch in Frankfurt sein. Ein neues „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt“ ruft zu einer „Demo der Vielfalt und Liebe“ an der Hauptwache auf, die von Mitarbeitern der Aids-Hilfe koordiniert und von vielen Organisationen und Verbänden unterstützt wird. Von 11 bis 13 Uhr werden unterschiedliche, teils prominente Redner auf der Kundgebung sprechen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird ebenso erwartet wie Kai Klose, grüner hessischer Staatssekretär für Integration, und die OB-Kandidatinnen von Grünen und Linken, Nargess Eskandari-Grünberg und Janine Wissler. Außerdem sprechen Matthias Janssen, Vorsitzender des Lesben- und Schwulenverbands in Hessen, Johannes Frass von der AWO und andere Redner; dazu gibt es ein Musik- und Bühnenprogramm. Ab 13 Uhr soll die Kundgebung sich dann als Demonstrationszug formieren und über die Kaiserstraße zum Hauptbahnhof ziehen.

Die „Demo für alle“ sei für ihre „rechtskonservative, homophobe, transphobe, interphobe und sexistische Einstellung bekannt“, heißt es im Aufruf zu der Kundgebung. Man sei der Meinung, „dass vor allem in einer so vielfältigen Stadt wie Frankfurt einer Einstellung wie der der ,Demo für alle‘ die Stirn geboten werden muss“. Sobald der Veranstaltungsort der Konferenz der „Demo für alle“ öffentlich bekannt sei, so schreiben die Organisatoren, könne auch dort noch spontaner Protest artikuliert werden. Die Menschen, die im Saal den Rednern der „Demo für alle“ lauschen, werden sich von dem Protest wohl kaum überzeugen lassen.

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