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Rassismus Streit um „Mohren“-Apotheke muss sein

Der Name der „Mohren“-Apotheke ist vielleicht nicht rassistisch gemeint, trotzdem spiegelt er einen rassistischen Zeitgeist. Die Debatte darüber ist angebracht - ein Kommentar.

Debatten über rassistische Sprache sind immer unbequem - und folgen oft ähnlichen Mustern: Menschen, die von Rassismus betroffen sind, üben Kritik. Es folgt die Abwehr nicht Betroffener, die betonen, das habe man schon immer so gesagt, es sei nicht rassistisch gemeint.

Im Bemühen um ein verletzungsfreies Miteinander sind das aber keine guten Argumente. Frauen werden aus guten Gründen nicht mehr Fräulein oder Weib genannt - auch wenn diese Begriffe einst normal waren. Sie spiegelten dennoch den Zeitgeist einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer nicht die gleichen Rechte zugestanden wurden.

Auch viele rassistische Begriffe entstammen – unabhängig von der Intention des jeweiligen Sprechers – einer Zeit, in der weiße Menschen Schwarzen weniger Wert zusprachen. Über ihr Fortleben in Firmen- oder Straßennamen zu sprechen, ist dringend geboten. Die Konsequenz daraus muss nicht sein, eine historische Hausfassade zu zerstören oder einen Nachnamen abzulegen. Die zufriedene Kundschaft wird aber sicher nicht fortbleiben, wenn eine Apotheke den „Mohren“ aus ihrem Firmennamen streicht. 

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