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Rainer Wendt Vortrag von Polizei-Gewerkschaftsboss abgesagt

Eine Veranstaltung mit Rainer Wendt, dem umstrittenen Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, an der Frankfurter Goethe-Universität wird abgesagt. Warum, ist nicht ganz klar.

Rainer Wendt
Umstritten: Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Er wird keinen Vortrag an der Goethe-Uni halten. Foto: Oliver Berg (dpa)

Ein für Donnerstag an der Goethe-Universität geplanter Vortrag des umstrittenen Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, ist kurzfristig abgesagt worden. Wie ein Mitarbeiter von Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie und Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), der Frankfurter Rundschau mitteilte, habe man die inhaltliche Ausrichtung der Vortragsreihe geändert, in deren Rahmen Wendt auftreten sollte. Dadurch seien mehrere bereits geplante Vorträge entfallen.

Eine Sprecherin der DPolG sagte der FR dagegen auf Anfrage, die Veranstaltung sei wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden. Offenbar befürchte die Universität, dass der Vortrag gestört werden könnte, weil „linksalternative Gruppierungen“ bereits am Campus gegen Wendt mobilisierten. Von der Universität war dazu am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Wendt sollte am Donnerstag ab 18 Uhr zum Thema „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“ sprechen und mit seinem Vortrag die Vortragsreihe des FFGI für das Wintersemester eröffnen. Die Reihe läuft noch bis Anfang Februar, unter anderen sollen dabei der Autor und Filmemacher Samuel Schirmbeck, Rayk Hähnlein von der Stiftung Wissenschaft und Politik und die Menschenrechtlerin Saïda Keller-Messahli sprechen.

Protest von Forschern in Frankfurt

Gegen den Vortrag von Wendt hatte sich Anfang der Woche auch Protest an der Uni formiert: Eine Gruppe von rund 60 Wissenschaftlern aus Frankfurt und anderen Städten hatte am Montag einen Offenen Brief an Schröter und das FFGI geschickt und die Absage der Veranstaltung gefordert. Zur Begründung hieß es, Wendt habe sich „wiederholt fernab eines aufgeklärten Diskurses positioniert“, verstärke „rassistische Denkstrukturen“ und passe daher nicht an die Universität. So habe Wendt in Bezug auf die Flüchtlingspolitik davon gesprochen, dass Deutschland kein Rechtsstaat sei und sich offensiv für Racial Profiling ausgesprochen, also Polizeikontrollen nach ethnischer Herkunft oder Hautfarbe. Es sei fraglich, ob er jemand sei, „der erkenntnisfördernde Erfahrungen oder Ansätze für einen wissenschaftlichen Diskurs liefern könnte“.

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