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Räumung im Gutleut Frankfurt muss endlich handeln

Die Räumung des Slums im Gutleutviertel war absehbar. Die Stadt Frankfurt darf das Elend von Obdachlosen nicht weiter ignorieren - ein Kommentar.

Obdachlosen-Camp in Frankfurt geräumt
Obdachlosen-Camp in Frankfurt geräumt: Die Menschen mussten das Gelände verlassen. Foto: Boris Roessler (dpa)

Was gestern im Gutleutviertel passiert ist, kam keineswegs überraschend. Die Holzverschläge, in denen rumänische Roma seit einigen Monaten unter elenden Bedingungen gelebt haben, wurden geräumt und eingerissen. So absehbar dieser Verlauf war – keiner konnte erwarten, dass die Firma Ferro die Obdachlosen dauerhaft duldet –, so routiniert klingen jetzt die Kommentare aus Magistrat und Verwaltung. Es gebe doch Hilfsangebote für diese Menschen, ihre Rechtsansprüche würden ja geprüft, mehr könne man für sie nicht tun.

Formal und juristisch mag das alles richtig sein. Politisch kommt es dennoch einer Bankrotterklärung gleich, wenn die reiche Stadt Frankfurt immer wieder aufs Neue dabei zusieht, wie obdachlose Menschen, die vor Armut, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat fliehen, erst unter slumartigen Bedingungen ihr Leben fristen und dann wieder auf der Straße landen.

Das aktive Wegsehen, an das Politik und Zivilgesellschaft in Frankfurt sich leider gewöhnt haben, ignoriert eine brutale Realität in dieser Stadt: In Frankfurt leben EU-Bürger, denen es in ihren Herkunftsländern derart dreckig geht, dass sie lieber hier in Bretterbuden hausen und Pfandflaschen sammeln, als zurückzugehen. Und weil ihre Lage sich nicht verbessert, was auch mit dem uralten Rassismus gegen Roma zu tun hat, werden sie nicht einfach wieder verschwinden. Wer sich auf diesen Gedanken einmal ernsthaft einlässt, für den klingt es mehr als hohl, wenn etwa die CDU davor warnt, man dürfe nicht zu viel helfen und dadurch falsche „Anreize“ schaffen, nach Frankfurt zu kommen.

Der bisher einzige Vorschlag für eine Lösung kommt von der Linkspartei: Ein kommunales Haus für obdachlose Wanderarbeiter. Der Magistrat muss diese Idee zumindest sehr ernsthaft prüfen. Sollte er nicht zu realisieren sein, muss die Koalition eben Alternativen entwickeln. Einfach weiter wegzuschauen, ist einer Stadt wie Frankfurt unwürdig.

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