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Radverkehr ADFC unterstützt „Radentscheid Frankfurt“ nicht

Die Kampagne „Radentscheid Frankfurt“ setzt sich für die Förderung des Radverkehrs in Frankfurt ein - doch ausgerechnet der ADFC Frankfurt macht nicht mit.

Radweg
Markierungen wie in der Sophienstraße findet der ADFC gut. Foto: Rolf Oeser

Um die Verkehrswende in Frankfurt hinzubekommen, startet die Initiative „Radentscheid Frankfurt“ mit einer großen Kampagne. Acht konkrete Forderungen zur Verbesserung des Radverkehrs hat die Initiative aufgestellt. Für ein Bürgerbegehren sammelt sie ab Anfang April Unterschriften, die in einen Volksentscheid münden sollen. Dieser soll den Magistrat verpflichten, deutlich mehr für den Radverkehr zu tun.

Doch ausgerechnet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt sieht die Forderungen kritisch. „Wir gehören nicht zu den Trägern und Unterstützern des ‚Radentscheids Frankfurt’“, sagte Bertram Giebeler, der verkehrspolitische Sprecher des Frankfurter ADFC.

Giebeler, der sich seit Jahrzehnten für die Verbesserung der Situation für Radfahrer einsetzt, hat sich mit der Kampagne auseinandergesetzt. Manche Vorschläge seien utopisch. So etwa die Idee, jedes Jahr mindestens zehn Kilometer an 2,30 Meter breiten Fahrradtrassen anzulegen, die ohne Unterbrechung durch die Innenstadt führen sollen. „Dafür ist an vielen Stellen in der Stadt schlicht kein Platz“, sagte er. Auch sei die Forderung, die Stadt solle jedes Jahr 21 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgeben, nicht realistisch. Bei 730 000 Einwohnern wären das rund 15 Millionen Euro im Jahr.

Bauliche Trennung oder Radfahren auf der Straße

Giebeler verwies auf eine grundsätzliche Debatte innerhalb der Radfahr-Community – die Frage, ob Radwege baulich vom Autoverkehr getrennt werden sollten. Das befürwortet die „Radentscheid“-Kampagne. Der ADFC Frankfurt vertritt hingegen die Position, dass Radfahrer geschützt durch Markierungen auf der Straße fahren könnten.

Auch habe der ADFC Frankfurt sich eigene verkehrspolitische Ziele gesetzt. Bis 2025 soll Frankfurt zur „Velocity“ werden. Jede Straße soll einen Radweg bekommen. Der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr soll sich auf 30 Prozent verdoppeln.

Trotz der Skepsis informiere der ADFC seine Mitglieder über den „Radentscheid“. Der werbe mit einer Anzeige in der ADFC-Mitgliederzeitung, sei auf der ADFC-Radreisemesse am Sonntag, 18. März, im Saalbau Bornheim, präsent und nehme an weiteren Aktivitäten des ADFC teil – wie dem Radler-Fest im Mai oder der Bike-Night im September.

Der „Radentscheid Frankfurt“ besteht derzeit aus einem etwa 15-köpfigen Team, das sich aus Mitgliedern von Verkehrsclub Deutschland (VCD), BUND, Greenpeace, ADFC und Transitiontown zusammensetzt.

Infos: www.radentscheid-frankfurt.de

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