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Radstellplätze Fahrräder auf zwei Etagen

Die Stadt plant für Radfahrer neue Stellplätze und Wegweiser.

Konstablerwache
Dicht gedrängt: An der Konstablerwache wird jeder Quadratmeter Stellplatz genutzt. Aber nicht nur da. Foto: Monika Müller

In Berlin gibt es sie, in München und in den Niederlanden sowieso. Doppelstöckige Fahrrad-Anlagen, in der sich Räder nicht nur auf Bodenniveau, sondern auch ein Stockwerk höher abschließen lassen. „Auch wir werden in die zweite Ebene gehen müssen“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und blättert im Katalog, wo er sich das passende Modell für Frankfurt aussucht.

Wichtig sei, dass sich die etwa 2,5 Meter mal 2,5 Meter große Box in den Stadtraum integriere. Am besten solle sie auch überdacht sein. Wo genau die Stadt sie zu platzieren gedenke, wollte Oesterling nicht verraten. Ein entsprechender Pressetermin stehe an. Allerdings spricht er dann viel über die zugeparkten Baumgitter und Bügel in der Innenstadt. Was ein Indiz sein könnte.

Auf der Zeil, sagt Oesterling, seien an Freitag- und Samstagnachmittagen bis zu 500 Räder abgeschlossen. In den Nebenstraßen kämen nochmal 200 bis 300 hinzu. Die Stadt komme gar nicht hinterher mit dem Aufstellen der Bügel. Daher die zweite Ebene. Das höre sich auch komplizierter an, als es sei. Die Räder ließen sich mit wenig Muskelkraft über eine Schiene in Position befördern, dann abschließen, fertig.

Gerade rund um die Zentralbibliothek an der Hasengasse, wo jede freie Fläche bis auf den letzten Quadratmeter mit Fahrrädern zugestellt sei, gebe es erhöhten Bedarf. Noch ein Indiz.
Wo die Fahrräder parken, ist natürlich wichtig; wichtiger ist allerdings, wo sie fahren können. Da gibt es bekanntlich Lücken im Netz. Denn Frankfurt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg autogerecht aufgebaut. Der Platz für Schutzstreifen oder Radwege wird dem Autoverkehr abgetrotzt. Was meist nicht ohne jahrelange Diskussionen geht. Siehe Eschersheimer Land- und Berliner Straße.

Von diesen Hauptstraßen abgesehen hat das Radfahrbüro im Straßenverkehrsamt mehr als 100 Lücken im Radwegenetz ausgemacht. Neun habe die Stadt im vergangenen Jahr geschlossen, sagt der Leiter des Radfahrbüros, Joachim Hochstein. Sieben weitere (siehe Kasten) sowie drei, die noch nicht spruchreif seien, wolle die Stadt in diesem Jahr beseitigen. Die Stadt habe zuletzt die Europabrücke mit neuen Rampen versehen. Auf den Wegen unter der Brücke der Autobahn A66 im Niddapark sollen die Schlaglöcher beseitigt werden. „Das Verkehrsdezernat ist mit Hochdruck daran, die bestehenden Lücken im gesamtstädtischen Radverkehrsnetz weiter zu schließen.“

Mehr Dampf will das Verkehrsdezernat auch bei der Ausschilderung des Radwegenetzes machen. Bislang sind im vergangenen Jahr in den beiden westlichen Stadtteilen Sindlingen und Zeilsheim Wegweiser an Kreuzungen und Kreiseln aufgestellt worden. Wenn die Stadt in dem Tempo weitermacht, dauert es noch 22 Jahre, bis die übrigen 44 Stadtteile ausgeschildert sind. „Das wollen wir beschleunigen“, sagt Verkehrsdezernent Oesterling.

Im Hintergrund läuft unterdessen die Umsetzung des Bike-and-Ride-Konzepts. Das Programm aus dem Jahr 2005 hat die Stadt vergangenes Jahr fortgeschrieben. Mit dem Ziel, an 36 Stationen insgesamt rund 270 neue Fahrradbügel aufzustellen.

Das erste Fahrradparkhaus in Frankfurt gibt es seit einem Jahr. Auf der Südseite des Hauptbahnhofs im Untergeschoss des Parkhauses. Gegen die Gebühr von einem Euro am Tag lässt sich das Rad hier trocken und geschützt abstellen. Ein zweite Radstation dieser Art könnten folgen, wenn die Nordseite des Hauptbahnhofs umgebaut wird – Anfang des nächsten Jahrzehnts.

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