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Radlerfest in Frankfurt Lauter eingeschworene Pedalisten

Beim neunten Radlerfest in Frankfurt gilt es, Neuheiten zu testen und den alten Drahtesel sicherer zu machen, für die Fahrt und auch vor Diebstahl.

Radlerfest
Franzose: Das Rad „Ferdi“ wird fit gemacht für den Sommer. Foto: Rolf Oeser

Irgendwann müssen alle mal absteigen. Radfahrer, die am Sonntag über die Niddabrücke zum Alten Flugplatz Bonames rollen, werden von einem Mitglied des ADFC freundlich gebeten, zu schieben oder ihr Rad abzustellen. Zum 9. Radlerfest des ADFC ist die Start- und Landebahn am einstigen Militärflugplatz gesperrt. Dutzende Räder parken schon am frühen Nachmittag auf der Wiese neben der Betonpiste. Nur bei Probefahrten mit den Neuheiten der Händler wird auf dem Gelände gestrampelt. Außerdem bei den BMX-Cracks und auf dem Kinderparcours.

Auf seinem 12-Zoll-Rädchen ist Finn einer der Jüngsten, die durch den Parcours pesen. Die eine oder andere Rampe lässt der Vierjährige schon mal aus, dreht aber mit seinem sechsjährigen Bruder Max Runde um Runde. Mutter Patricia Madeiski sitzt unter einem Baum und schaut zu. „Die Jungs haben Spaß, auf der Start- und Landebahn hin- und herzuflitzen“, sagt sie. Der 39-Jährigen gefallen vor allem die Liegewiesen des Areals im Grüngürtel.

Das ADFC-Vorstandsmitglied Klaus Schmidt-Montfort codiert im Schweiße seines Angesichts, was das Zeug hält. Mit einer Maschine, in der eine Stahlnadel beschleunigt wird, stanzt er Zahlenkombinationen in Fahrradrahmen. Viele wollen ihr Rad so vor Diebstahl schützen. Rund 100 hätten sie an diesem Tag bereits codiert, berichtet er. Julia Weiß wartet in der Schlange und füllt einen langen Fragebogen zu ihrem nagelneuen, mattgrauen Crossbike aus. „Mir ist schon ein Rad abhanden gekommen“, berichtet die Bockenheimerin. Rahmennummer, Zahl der Gänge, besondere Merkmale, einiges muss notiert werden.

Gut investiertes Geld

Die Codierung, die auch von der Polizei durchgeführt wird, kostet 13 Euro. Für Gundula Futschik-Poleske, die ebenfalls auf die Codierung wartet, ist das gut investiertes Geld. „Ich habe bisher alle meine Räder codieren lassen“, sagt sie. Die Kelkheimerin ist mit ihrem E-Bike nach Bonames gefahren. „Ich muss jeden Tag 20 Kilometer radeln. Das brauche ich zur Entspannung und als Ausgleich“, berichtet die 54-Jährige. Zum Radlerfest komme sie jedes Jahr. Beim letzten Mal habe sie die Funktionen ihres Rads prüfen lassen.

Das geht auch heute gleich gegenüber der Codierstelle. Unter einem Pavillon werden Räder auf Montageständer gehoben und auf Herz und Nieren geprüft. Zu wenig Luft in den Reifen, die Ketten nicht geölt, Schaltung defekt oder verbrauchte Ritzel. „Irgendwo ist immer eine Schraube locker“, sagt Michael Genthner von der ADFC-Technik-AG. Aus der Brusttasche seines Blaumanns holt er die Zeichnung eines Rads, auf das er ein M gemalt hat. Vom Vorderrad, zum Lenker, zu den Pedalen, Sattel und Hinterrad: All diese Bereiche müssten geprüft werden, damit es wieder besser rollt.

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