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Radfahren in Rhein-Main Neue Schnellwege für Radler

Frankfurt, Maintal und Hanau wollen gemeinsam einen Radschnellweg schaffen. Auch nach Darmstadt ist eine solche Strecke geplant. Der erste Radschnellweg soll in den nächsten Jahren fertig werden und Pendler zum Umsteigen bewegen.

Die Schnellwege bieten genügend Platz zum Überholen. Foto: Michael Schick

Von Frankfurt über Maintal nach Hanau soll künftig ein Radschnellweg verlaufen. Darauf haben sich die drei Städte geeinigt. Einen „Letter of Intent“ wollen sie in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main vorstellen, wie die FR erfahren hat.

Aus Sicht der Stadt Frankfurt stehen dabei „Verkehrsvermeidung und -verlagerung“ im Vordergrund, sagte Ingmar Bolle, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Breite Radwege, auf denen in beide Richtungen zügig gefahren werden könne, würden Pendler zum Umsteigen aufs Rad ermutigen. „Das Potenzial ist vorhanden“, sagte Bolle. Frankfurt erhoffe sich nun „eine schnelle Umsetzung“.

Radschnellwege haben breite Fahrspuren in beide Richtungen, auf denen Radler zügig unterwegs sind. Zum Überholen ist genug Platz. Die Routen sind asphaltiert und beschildert. Zu enge Kurven haben die Strecken nicht. Stopps an Kreuzungen oder Bahnübergängen werden weitestgehend vermieden.

Eine Machbarkeitsstudie soll im Jahresverlauf den Korridor zwischen Frankfurt und Hanau genau untersuchen. Mögliche Trassen könnten am Main oder entlang der Regionalbahngleise liegen. Die sollen künftig als Nordmainische S-Bahn von zwei auf vier Gleise erweitert werden.

„Hanau erhofft sich sehr viel von dem Radschnellweg“, sagte Stadtrat Andreas Kowol (Grüne). Die Tempo-Verbindung „würde sich absolut anbieten“. Eine Fahrt von rund 20 Kilometern von Hanau nach Frankfurt dauere mit dem Rad, E-Bike oder Pedelec nur knapp eine halbe Stunde. Auch weil die Strecke in der Mainebene liege, wo es nicht „rauf und runter“ gehe, käme man zügig voran, so Kowol.

Wenn die Machbarkeitsstudie vorliege, müsste weiteres Geld beantragt werden, um das Projekt voranzubringen. Kowol hofft auf eine „zeitnahe Realisierung“ binnen „zwei bis vier Jahren“.

Planung auch im Süden

Auch die Stadt Maintal unterstützt das Projekt. „Wir wollen den Radverkehr grundsätzlich fördern“, sagte der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). In Maintal wohnten zahlreiche Pendler, die auch mit dem Rad nach Frankfurt fahren würden. Für sie biete sich eine schnelle Verbindung an.
Die Machbarkeitsstudie soll nun zeigen, durch welche Ortsteile von Maintal die Turbo-Strecke verlaufen könnte.

Ein weiterer Radschnellweg im Rhein-Main-Gebiet ist zwischen Frankfurt und Darmstadt geplant. Die rund 30 Kilometer lange Strecke soll über Frankfurt-Sachsenhausen, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen, Darmstadt-Wixhausen, Darmstadt-Arheilgen ins Darmstädter Zentrum verlaufen. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor. Weil zahlreiche Städte und Kommunen zusammenarbeiteten, ist von einer Planungszeit noch bis 2020 die Rede. Bis 2025 soll der Radschnellweg dann Abschnitt für Abschnitt gebaut werden.

Für einen weiteren Radschnellweg von Frankfurt zum Flughafen-Stadtteil Gateway Gardens werde ein EU-Förderantrag gestellt, teilte der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main mit, der die Planungen für die Radschnellwege in der Region steuert.
Der erste Radschnellweg in Deutschland entsteht derzeit im Ruhrgebiet: zwischen Duisburg und Hamm auf rund 100 Kilometern. Gebaut wird in Abschnitten. Die ersten beiden Teile sind mittlerweile befahrbar.

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