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Radfahren in Frankfurt Bald legal die untere Bergerstraße rauf

Gutes für Radler: In Frankfurt wird es mehr Schutzstreifen und Radwege geben. Und das Fahren gegen Einbahnstraßen wird den Radfahrern ebenfalls gewährt.

Die Einbahnstraße der unteren Berger Straße (Mauerweg bis Merianplatz) wird im Jahresverlauf für Radfahrer in die Gegenrichtung freigegeben. Foto: Andreas Arnold

Geschwind kommt ein Radler im wehenden Trenchcoat um die Kurve, kürzt über den Bürgersteig ab, und strampelt die untere Berger Straße hinauf. Was verboten ist. Wegen der Fußgänger. Und der Einbahnstraße. Die ist für Radfahrer in der Gegenrichtung nicht freigegeben. Noch nicht.

„Im Jahresverlauf öffnen wir die Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung auf der unteren Berger Straße“, sagte Ingmar Bolle, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), der FR.

Was Radfahrer ohnehin schon tun, die untere Berger hinauf zu fahren, hüllt die Stadt damit in den Mantel des Rechts. Dazu braucht es nicht mehr als kleine, weiße Schilder mit Radsymbol und Pfeil, oder dem Wörtchen „frei“, festgeschraubt unterhalb der Einfahrt-Verboten-Schilder. Das macht sie schon seit 1994, als erste deutsche Stadt überhaupt.

Wohltat für den Radverkehr

Außer der unteren Berger Straße will die Stadt im Laufe des Jahres „mindestens zehn“ weitere Einbahnstraßen für Radler in Gegenrichtung öffnen, so Bolle, etwa in der Bärenstraße und Bernhard-Grzimek-Allee (Ostend) und der Straße Alt-Ginnheim.

Das bleibt aber nicht die einzige Wohltat für den Radverkehr. Froh ist Bolle über den Zweirichtungsradweg, der am Deutschherrnufer entsteht. Den hatte der grüne Teil der Koalition gegen den Widerstand einiger CDU-Fraktionsmitglieder durchgesetzt.

Die Arbeiten zwischen Alter Brücke und Flößerbrücke, die zum Jahresende beendet sein sollen, sind weit gediehen. Planiert ist der Radweg-Teil von der Flößerbrücke bis zur Ignatz-Bubis-Brücke. Ohne förmliche Einweihung radeln jetzt schon Menschen auf dem frisch asphaltieren Abschnitt unter den Rosskastanien. Der Autoverkehr musste dafür eine der vier Fahrspuren hergeben. Wobei wegen der andauernden Arbeiten derzeit ohnehin nur eine Spur frei ist.

Für Fußgänger legt die Stadt neue Gehwege an. Am südlichen Ende der Ignatz-Bubis-Brücke entsteht ein Übergang für Fußgänger und Radfahrer, der jetzt noch fehlt.

Der Willy-Brandt-Platz, wo Neue Mainzer Straße, Weißfrauen- und Friedensstraße sich kreuzen, soll im Jahresverlauf radfreundlicher werden, erklärte Bolle. Ähnlich wie an der Kreuzung von Hofstraße und Neue Mainzer Straße. Dort gibt es Radstreifen, gesenkte Gehwege, geriffelte Leitelemente für Blinde, eine Fahrradampel. Derzeit buddeln noch Bagger auf dem Maintor-Areal, Laster stehen am Straßenrand oder rollen über die Straßen. Die Zebra- und Radfahrstreifen sind stark abgewetzt. Hier seien Markierungsarbeiten vorgesehen, sagte Bolle.

Im Dornbusch, in Eschersheim und Ginnheim investiert die Stadt auch in das Radnetz. In der Straße Am Dornbusch verschwinden die stillgelegten Gleise und der Holperasphalt. Dafür pflanzt die Stadt ein Dutzend neuer Bäume, stellt Abschließbügel auf, schafft neue Radwege – auch auf einem Teil der Hansaallee. Baubeginn ist im Herbst. Das Radfahren auf der Wilhelm-Epstein-Straße, wo die Bundesbank steht, wird ebenfalls komfortabler. Auf eineinhalb Kilometern markiert die Stadt dicke, durchgezogene Radfahrstreifen zwischen Platenstraße und Ginnheimer Landstraße. Die ununterbrochenen Streifen, die Autos nicht überfahren dürfen, markiert das Straßenbauamt auch auf der Gießener Straße, zwischen Marbachweg und Homburger Landstraße. Seit November gibt es auf der Gießener zwischen Marbachweg und Friedberger Landstraße auch solche Streifen.

Die Walter-Kolb-Straße, zwischen Alter Brücke und Stegstraße, soll ebenfalls welche bekommen, sagte Bolle.

Die nicht durchgezogenen Schutzstreifen für Radfahrer würden am Taunustor (Innenstadt) in westlicher Richtung aufgetragen, auf der Starkenburger Straße (Fechenheim), der Silostraße (Höchst), der Kleyerstraße (Gallus) „im gesamten Straßenverlauf“, so Bolle.

Durch neue Schilder sollen sich die Radler künftig besser orientieren können. Die „wegweisende Beschilderung“ werde zum Jahresende zunächst in den westlichen Stadtteilen umgesetzt.

Thema Fahrradparken: Bis Jahresende sollen das neue Parkhaus und der Fernbusbahnhof an der Südseite des Hauptbahnhofs entstehen, betrieben von der ABG-Tochter Parkhaus-Betriebsgesellschaft. Im Parkhaus sollen auch Fahrräder Platz finden. Außerdem stelle die Stadt Tausend Bügel für 2000 Räder auf, „wie jedes Jahr“. Das soll wildes Parken an Schildern und Zäunen verhindern.

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