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Radfahren in Frankfurt ADFC unterstützt doch Radentscheid

Der Fahrradclub ADFC stellt sich nach anfänglicher Skepsis hinter das Bürgerbegehren „Radentscheid Frankfurt“. Die Initiatoren des Entscheids sammeln ab 4. April Unterschriften.

Verkehr in Frankfurt
Radfahrerin am Mainufer in Frankfurt. Foto: Michael Schick

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Frankfurt unterstützt jetzt das Bürgerbegehren „Radentscheid Frankfurt“. „Der ADFC ruft alle Frankfurter*innen dazu auf: Unterstützen Sie das Bürgerbegehren zum Radentscheid“, teilte der Fahrradclub mit.

Die Kampagne Radentscheid Frankfurt fordert unter anderem, dass an Tempo-50-Straßen vom Autoverkehr getrennte, breite Radwege gebaut werden sollen. Nebenstraßen und Kreuzungen sollen fahrradfreundlicher werden. Die Stadt soll deutlich mehr Geld für den Radverkehr ausgeben. Getragen wird die Initiative unter anderem von Mitgliedern des ADFC, des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

Es sei wichtig, der Radverkehrsförderung „neuen Schwung“ zu verleihen, teilte der ADFC Frankfurt zur Begründung mit. Derzeit nehme der Anteil der Radfahrer in der Innenstadt zu, was positiv sei. Auf diesen Lorbeeren dürfe sich die Stadt aber nicht ausruhen. Der Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer komme derzeit nur „in Trippelschritten“ voran. Der „kleine Fortschritt“ beim Ausbau der Infrastruktur werde durch das „allgemeine Metropolenwachstum“ und den zunehmenden Wirtschaftsverkehr bedroht.

Bei der Vorstellung des Radentscheids Frankfurt Anfang März hatte sich der ADFC noch distanziert zu dessen Forderungen geäußert. Verwiesen wurde auf das eigene verkehrspolitische Programm. Es sieht etwa die Förderung des Mischverkehrs von Rad und Auto vor, die durch Schutzstreifen getrennt nebeneinander fahren sollen, wie zum Beispiel auf der Mainzer Landstraße. Der Radentscheid fordert indes baulich getrennte Radwege.

Aktivisten des Radentscheids in Berlin kritisierten den ADFC Frankfurt daraufhin in sozialen Medien. Der ADFC gab eine Stellungnahme heraus, in der von einem „Rest-Dissens“ mit dem Radentscheid Frankfurt die Rede war. Es werde nach einer „konsensfähigen Lösung“ gesucht.

Aktion beginnt am 4. April

Am Wochenende kam die Einigung. „Nach erfolgreichen Gesprächen“ habe sich der ADFC Frankfurt darauf verständigt, den Radentscheid Frankfurt doch zu unterstützen. Zwar gebe es weiterhin „Unterschiede“ zum „eher visionären Ansatz“ des Radentscheids. Das halte den ADFC „aber nicht davon ab, unsere Mitglieder und alle Frankfurter zur Unterzeichnung des Bürgerbegehrens aufzurufen“.

Der Radentscheid beginnt am 4. April mit einer Unterschriftenaktion für das Bürgerbegehren. Wenn rund 15 000 Unterschriften zusammenkommen – das entspricht drei Prozent der wahlberechtigten Frankfurter – kann die Stadtverordnetenversammlung eine Volksabstimmung (Bürgerentscheid) auf den Weg bringen. Dabei müssten rund 75 000 Frankfurter, 15 Prozent der Wahlberechtigten, mit Ja stimmen. Dann wäre der Magistrat aufgefordert, die Forderungen des Bürgerentscheids umsetzen.

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