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Radentscheid Radfahrer protestieren in der City

Die Unterschriftensammlung für den Radentscheid Frankfurt geht in die heiße Phase. Bei einer Demo machen Teilnehmer mit Wundverbänden und imitierten Verletzungen auf sich aufmerksam.

Radentscheid
Bunt und auffällig sollte der Radkorso durch die Innenstadt sein. Mehr als 100 Radler machten mit. Foto: Christoph Boeckheler

Einige Passanten werden sich gestern Abend wohl verwundert gefragt haben, ob die Menschen mit dem Fahrrad gerade ins Krankenhaus fahren oder von dort kommen. Kopfverbände, Pflaster sowie Schürfwunden an Armen und Beinen.

Gleich dahinter eine Gruppe Radler, denen die Vorausfahrenden wohl Angst gemacht haben: Knie- und Ellenbogenschoner, Mundschutz und Aufkleber mit der Aufschrift „Vorsicht zerbrechlich“. Was wie eine Kostümparade klingt, war eigentlich eine Veranstaltung des Frankfurter Radentscheids.

Dieser sammelt momentan immer noch Unterschriften, um ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten. Am 26. Juni wird die Sammelaktion beendet, und alle Listen werden ausgewertet. Ob die benötigten fast 20 000 Unterschriften dann erreicht wurden, vermag von den Verantwortlichen noch keiner zu prognostizieren. „Es sind noch viele Menschen unterwegs, die für uns sammeln“, sagt Pressesprecher Heiko Nickel. Selbst Fremde, die die Aktion gut finden, seien auf Stimmenfang.

„Am Ende können wir zumindest sagen, dass wir alles gegeben haben.“ Immer wieder hatte der Radentscheid auf sein Anliegen aufmerksam gemacht. Die Akteure sprangen mit dem Rad in den Main, schlossen ein goldenes Rad mit Forderungen vor dem Römer an und demonstrierten. Auch der gestrige Fahrradkorso reiht sich ein in die Bemühungen, die Stadt fahrradfreundlicher zu machen. „Frankfurt hat schon viel getan, aber nun müssen wir den nächsten Schritt gehen“, sagt Nickel.

Es gehe vor allem auch darum, das Radfahren für Kinde rund ältere Menschen sicherer zu machen. Gerade diese würden sich momentan noch zu selten aufs Rad trauen. Eine fahrradfreundlichere Verkehrspolitik und bessere Infrastrukturen sind Kernforderungen.

Bevor sich die Radler auf die Demonstrationsstrecke machten, formten sie mit Rädern und Menschen auf dem Rossmarkt den Schriftzug „Radentscheid“. Gefilmt wurde das Ganze vom Turm der Commerzbank aus und soll bald in einem Video zu sehen sein. Anschließend ging es auf die Strecke, die unter anderem über inneren Cityring, Konstablerwache, Mainufer und Bahnhofsviertel bis zur Alten Oper führte. Dabei symbolisierten die Fahrenden die Stimmungen der Radfahrer in der Stadt. Die Verletzten fragten sich, ob Radeln gesund sei, die Übervorsichtigen, ob Sicherheit demnächst so aussehen müsse, und den Abschluss bildete eine Gruppe bunt gekleideter und fröhlicher Radfahrer. Ihre Botschaft: So soll es in Frankfurt werden.

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