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Pulse of Europe in Frankfurt Verunsicherte nicht Rechtspopulisten überlassen

Die Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ kämpft in Frankfurt für Europa. Zunächst bis zum 12. März lädt die Gruppe jeden Sonntag um 14 Uhr auf den Goetheplatz ein.

Die Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ kämpft für Europa. Foto: Monika Müller

Am Ende fassen sich alle an den Händen und bilden eine riesige Menschenkette rund um den Goetheplatz. Manche der 400 Demonstranten stehen sogar schon in zweiter Reihe, weil es zu viele Menschen sind. Die blauen Europa-Luftballons fliegen in Richtung Hochhäuser, die Europa-Hymne kommt vom Band. Eine Frau wischt sich vor Rührung eine Träne weg. Es ist bereits der zweite Sonntag, an dem die Frankfurter Initiative „Pulse of Europe“ sich hier in der Innenstadt versammelt.

„Das erste Mal trafen wir uns im November im Europaviertel, da war der Zulauf schon so groß, dass wir jetzt in die Innenstadt wollten“, erzählt Jens Pätzold, einer der „zehn bis zwölf“ Frankfurter Initiatoren der Bürgerinitiative „Pulse of Europe“.

Der 44-Jährige sagt, dass sie pro Europa, aber gleichzeitig überparteilich seien. „Aber nach dem Brexit-Votum und der Trump-Wahl kann man nicht weiter auf dem Sofa sitzen bleiben, sondern muss etwas für ein offenes, tolerantes Europa tun.“ Seine Mitinitiatorin Stephanie Hartung betont: „Wir sind keine Aktivisten, die sich ein neues Projekt suchen. Es ist das erste Mal, dass wir auf die Straße gehen.“ Pätzold sagt: „Wir wollen Europa wieder positiv besetzen. Und wollen vor allen Dingen die verunsicherten Bürger nicht den Rechtspopulisten überlassen.“

Das Publikum, das sie anziehen, ist altersmäßig bunt durchmischt: Es sind besorgte Studierende, junge Eltern und Senioren. Einige halten ihre Europa-Fähnchen in der Hand, ein Herr hat die große Europa-Flagge wie Superman um den Rücken gebunden. René ist 30 und von seiner Bekannten Corinna (29) mitgenommen worden. „Ich definiere mich nicht als Deutscher, sondern als Europäer. Und zum ersten Mal sehe ich den Frieden in meinem Leben wegen der populistischen Strömungen gefährdet.“ Ein Teeniemädchen geht spontan auf die Bühne und sagt, dass die Länder Europas doch wie Schulfreunde seien. „Ein Freundschaftsklub“, der nicht perfekt sei, „aber, wenn wir nicht zusammenhalten, gehen wir kaputt“.

Zunächst bis zum 12. März wollen sie sich jeden Sonntag um 14 Uhr am Goetheplatz treffen. „Dann sind die Wahlen in den Niederlanden“, sagt Pätzold. Dort führt laut Umfragen derzeit der Rechtspopulist Geert Wilders. „Pulse of Europe“ will auch außerhalb Frankfurts kämpfen. „Wir haben eine Gruppe in Freiburg und in Amsterdam. Auch eine Gruppe in Hanau ist im Gespräch“, sagt Hartung.

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