Lade Inhalte...

„Pulse of Europe“ Gegen den Zerfall Europas

Die Bewegung „Pulse of Europe“ trommelt mit einer Demo und einer Kundgebung für ihr Anliegen. Ein Bürgerfest ist am 10. Juni geplant.

Pulse of Europe
Protest richtet sich an rechtskonservative Regierung in Ungarn. Foto: Rolf Oeser

Viele haben den Eindruck, dass nach den Wahlen in Frankreich im vergangenen Jahr Europa gerettet“ sei, sagt Daniel Röder, auf dem Lautsprecherwagen stehend, zum versammelten „Pulse of Europe“-Publikum auf dem Goetheplatz. „Doch das stimmt nicht“, fährt der Mitbegründer des Frankfurter Ablegers der Bürgerbewegung fort. Mit Verweis auf den Wahlsieg der rechtskonservativen Regierung Ungarns im vergangenen Monat betont er stattdessen, dass derzeit „nichts gut in Europa“ sei.

Im Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen in mehreren osteuropäischen Staaten wie Slowenien, Bulgarien oder Polen, in denen „wir einen schleichenden Prozess der Abkehr vom Liberalismus nach Vorbild Ungarns wahrnehmen“, warnt er vor einer „neuen Ost-West-Spaltung“ auf dem europäischen Kontinent. Um das zu verhindern, versammele sich „Pulse of Europe“ auch an diesem Tag wieder auf dem Goetheplatz und stehe „lautstark für unser Anliegen ein“, ruft er zum Auftakt des Demonstrationszugs Richtung Römerberg den knapp 300 Teilnehmern zu.

Auf der kurzen Demonstrationsroute fordert Röder die Teilnehmer immer wieder dazu auf, in seine Sprechchöre wie „Die Enkel und der Opa wollen Frieden in Europa“ oder „Hopp, Hopp, Hopp – Europa im Galopp“ einzusteigen. Unklar bleibt dabei jedoch, ob die alles andere als rege Beteiligung eher daher rührt, dass bei blauem Himmel und Sonnenschein vermutlich niemandem so wirklich nach Galopp zumute zu sein scheint, oder aber eher daher, dass Röders Auftreten unfreiwillig an eine Mischung aus Robinson-Klub-Animateur und Vorsänger im Waldstadion erinnert.

Ein jugendlicher Passant, dem er am Rande das Mikrofon hinhält und nach seinem Eindruck der Demonstration fragt, antwortet jedenfalls aufrichtig: „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.“ Das Ehepaar Karsten und Elke Schwennesen, die mit einer großen Europafahne ausgestattet der Kundgebung am Römerberg lauschen, wissen hingegen, warum sie hier sind. „Wir wollen zeigen, dass es Menschen gibt, die nicht immer nur rumkrakeelen, sondern die für die europäischen Werte wie Meinungsfreiheit und demokratische Grundrechte einstehen“, erzählt Elke Schwennesen. Ihr Mann fügt hinzu, dass er mit seiner Teilnahme zeigen möchte, „dass es eine Mehrheit gibt, die sagt, die Europäische Union ist zwar nicht perfekt, aber an sich eine gute Idee, die noch verbesserungsfähig ist“.

Bevor der Demonstrationszug sich wieder zurück zum Goetheplatz begibt, macht Röder noch auf das am 10. Juni auf dem Römerberg stattfindende „Internationale Bürgerfest für Europa“ aufmerksam. Zu diesem sollten „alle Städte unserer europäischen Bewegung“ nach Frankfurt eingeladen werden, um, so Röder abschließend, „einen zivilgesellschaftlichen Aufbruch für die Europäische Union zu starten, der in die Chronik der Stadt eingehen wird“.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen