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Pulse of Europe Für Europa auf die Straße

Auf dem Goetheplatz in Frankfurt versammeln sich rund 400 Menschen zur letzten „Pulse of Europe“-Kundgebung des Jahres.

Pulse of Europe
Hand in Hand für den Zusammenhalt: junge Europa-Befürworter am Sonntag auf dem Goetheplatz. Foto: Rolf Oeser

Ein Zeichen der Gemeinschaft setzen am Sonntagnachmittag Teilnehmer des „Pulse of Europe“ in der Frankfurter Innenstadt. Zum Abschluss der 28. Kundgebung der Bürgerinitiative, die sich für eine europafreundliche Politik engagiert, laufen sie Hand in Hand über den Goetheplatz, viele mit einem Lächeln im Gesicht.

An der Hausfassade Rathenauplatz 1a wird ein Banner mit den Flaggen aller 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) enthüllt. Trotz nasskalten Schmuddelwetters sind laut Polizeiangaben etwa 400 Teilnehmer gekommen, die sich für ein vereintes Europa starkmachen.

Durch die Reihen der Demonstranten werden Unterschriftenlisten gereicht, die mitsamt einem offenen Brief an die Parteivorsitzenden von CDU/CSU, FDP und den Grünen übergeben werden sollen. In dem Brief wird gefordert, dass sich die potenziellen Koalitionspartner einer künftigen Bundesregierung stärker „für eine kraftvolle gemeinsame EU-Politik und für rasche Reformen“ positionieren sollten.

Marco Rasper hat den Aufruf unterschrieben. Der 52-Jährige steht mit einer geschulterten EU-Flagge auf einem Betonklotz. „Die Koalitionäre verstricken sich in Klein-Klein, statt ein Bündnis zu schmieden, bei dem Europa in der Agenda nach oben geschoben wird“, sagt der Eschersheimer. Er sei schon mehrmals bei den Demonstrationen gewesen, die seit dem 15. Januar dieses Jahres regelmäßig, zunächst wöchentlich, später monatlich an Sonntagen, Europa-Befürworter zusammenbringen. „Ich gehöre zu denen, die früher nicht auf die Straße gegangen sind“, sagt der ehemalige Bundeswehroffizier. Ein „diffuses Unwohlsein“ nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump habe ihn auf die Straße gebracht.

Letzte Demo dieses Jahres

Die „Pulse of Europe“-Demonstration am Sonntag ist die letzte dieses Jahres. Mit den Parlamentswahlen in den Niederlanden und in Frankreich sei die erste Jahreshälfte gut verlaufen, resümiert Mitveranstalter Daniel Röder. Während dort keine Populisten an die Macht gekommen seien, sehe das bei den Wahlen in Österreich und Tschechien anders aus. Röder kritisiert, dass danach keine Reaktion aus Deutschland gekommen sei. „Wir bräuchten Signale im Sinne eines gemeinsamen Gestaltungswillens“, sagt er und erhält dafür großen Applaus. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot sagt: „In Brüssel geht das Gerücht um, dass die EU von Deutschland regiert wird.“ Daher müsse Deutschland den Handschlag mit den anderen Mitgliedsstaaten suchen. „Sonst zahlen wir den Preis, dass wir unsere Werte verlieren“, so Guérot.

Von Frankfurt aus hat sich Pulse of Europe in den vergangenen Monaten in viele weitere deutsche und europäische Städte ausgebreitet. Kathleen Wendler und Bettina Heun sind seit dem Frühjahr dabei. Sie hätten auch schon in Amsterdam demonstriert, sagen sie, mit einer kleinen Gruppe von rund 30 Leuten, aber „Superstimmung“, sagt Heun. Wendler findet es gut, dass sie bei der Bewegung „für etwas eintreten“ könne. Eine Fortsetzung ist für Anfang des kommenden Jahres geplant.

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