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Prozess um Attentat am Flughafen Frankfurt Flughafen-Attentäter ist voll schuldfähig

Der Attentäter, der am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten erschoss ist voll schuldfähig, erklärt der Gutachter im Prozess in Frankfurt. Das Urteil gegen Arid U. wird erst im neuen Jahr fallen.

19.12.2011 13:35
Der angeklagte Arid U. sitzt neben seiner Anwältin im Gerichtssaal. Foto: dpa

Der Attentäter vom Frankfurter Flughafen ist nach Einschätzung eines Psychiaters voll schuldfähig. Als der angeklagte Arid U. am 2. März 2011 auf dem Flughafengelände zwei US-Soldaten erschoss, sei er weder psychisch gestört, noch psychisch krank gewesen, sagte der renommierte forensische Psychiater und Mediziner Norbert Leygraf am Montag im Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

Ein konkreter Affekt liege ebenfalls nicht vor, weil der 21-Jährige die Tatwaffe und die Munition zu Hause eingepackt habe. Außerdem sei er mit der Absicht zum Flughafen gefahren, US-Soldaten zu töten. Zum Teil lasse sich die Tat dennoch mit einer emotionalen Ausnahmesituation erklären. Der Angeklagte habe ihm berichtet, im Alter von etwa sieben Jahren in einem Park von einem Fremden sexuell missbraucht worden zu sein, sagte der Gutachter. Arid U. hatte in seinem Geständnis ausgesagt, er habe mit seiner Tat Vergewaltigungen an afghanischen Frauen durch US-Soldaten verhindern wollen.

Urteil wird Anfang Januar erwartet

Der Staatsschutzsenat schloss nach der Aussage des Gutachters die Beweisaufnahme. Das Urteil soll am 19. Januar fallen. Der 21-jährige U. muss sich wegen zweifachen Mords und dreifachen Mordversuchs verantworten. Er hat gestanden, am 2. März zwei US-Soldaten mit Kopfschüssen getötet und zwei andere mit Schüssen schwer verletzt zu haben. Die Soldaten waren auf dem Weg nach Afghanistan. Als U. auf einen fünften Soldaten zielte, versagte seine Waffe. Er flüchtete und wurde kurz darauf im Flughafengebäude festgenommen.

Das Attentat gilt als der erste islamistische Anschlag in Deutschland mit Toten und Verletzten. Die Bundesanwaltschaft hält U. für einen islamistisch motivierten Einzeltäter, der sich im Internet radikalisiert hat. Die Plädoyers werden am nächsten Verhandlungstag, dem 9. Januar erwartet. (dpa/dapd)

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