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Protest Occupy besetzt OB-Villa

Etwa 20 Aktivisten haben in der Nacht den Garten der ehemaligen Dienstvilla des Frankfurter OB besetzt. Sie protestieren gegen Mietwucher. Die Stadt duldet sie bis Samstag.

Protestcamp vor der leerstehenden Oberbürgermeister-Villa auf dem Lerchesberg. Foto: dpa

Das Reinkommen ist erstaunlich einfach. Einer nach dem anderen klettern am späten Donnerstagabend elf junge Leute über den Gartenzaun der leerstehenden OB-Dienstvilla auf dem Lerchesberg. Große Taschen mit Lebensmitteln werden herübergereicht, Rucksäcke, Isomatten. Schnell kommen weitere Unterstützer dazu, die ersten Zelte werden aufgebaut.

„Jetzt zünden wir Fackeln an und machen es uns erstmal gemütlich“, sagt einer. „Und dann schauen wir mal, wie lange wir bleiben dürfen.“ Es sind rund 20 Aktivisten aus dem Umfeld von Occupy Frankfurt und dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt?“, die am Donnerstagabend den Garten der OB-Villa für besetzt erklären. Sie verstehen ihre Aktion als Protest gegen steigende Mieten und eine Stadtentwicklung, die sich nur am Profitstreben ausrichte.

„Die Elitestadt Frankfurt hat seit Jahrzehnten definiert, für wen die Stadt da sein soll“, schreiben sie auf ihrem Weblog. Menschen mit geringem Einkommen, Migranten und Obdachlose würden aus den Stadtteilen verdrängt, während Büro- und Wohnraum aus Spekulationsgründen leerstehe. „Die Stadt gehört allen!“, fordern sie.

Besetzer wollen friedlich bleiben

Die Besetzung soll auch auf den Aktionstag von „Wem gehört die Stadt?“ am Samstag hinweisen – und auf die Demonstration, die an diesem Tag um 16 Uhr am Kaisersack startet. „Wir wollen die Leute auf die Probleme hinweisen“, sagt ein Besetzer. Die Aktion solle friedlich bleiben.

Die Stadt, die seit der umstrittenen Räumung eines leerstehenden Gebäudes im Gallus unter Druck steht, reagiert besonnen: Wulfila Walter, Referent von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), schaut am Freitagmorgen vorbei und einigt sich mit den Aktivisten auf eine kurzfristige Duldung: Bis Samstag Vormittag werde man keinen Strafantrag stellen, sagte Walter der Frankfurter Rundschau.

„Das ist noch im Rahmen dessen, was wir dulden können“, so Walter. „Ich hatte den Eindruck, dass die ihr Wort halten.“ Sollten die Besetzer dann nicht freiwillig abziehen, werde man den Garten räumen lassen. Ein Aktivist sagte der FR am Freitag, man habe schon Kontakt zu den Anwohnern aufgebaut. Einer habe sogar angeboten, seinen Grill auszuleihen.

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