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Protest in Frankfurt NHG-Beschäftigte kämpfen für ihre Arbeitsplätze

Hunderte Beschäftigte des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) protestieren in Frankfurt gegen Werksschließung und Arbeitsplatzabbau, während im Opernturm Tarifverhandlungen laufen.

NHG-Beschäftigte demonstrieren in Frankfurt
Beschäftigte des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) stehen während einer Demonstration vor dem Frankfurter Hauptbahnhof vor einem Transparent mit der Aufschrift "Halberg Guss muss leben". Foto: Arne Dedert (dpa)

Trommelschläge, schrille Pfeifentöne, Sirengeheul  - Pendler wurden am Donnerstagmorgen lautstark von Beschäftigen der Firma Neue Halberg-Guss (NHG) am Frankfurter Hauptbahnhof begrüßt. NHG-Beschäftigten  sammelten sich dort, um gemeinsam zum Opernturm an die Bockenheimer Landstraße zu ziehen und dort für die soziale Absicherung ihrer Arbeitsplätze zu demonstrieren. Im Opernturm begannen gegen Mittag die Tarifverhandlungen. Vier Wochen nach Beginn der Streiks in den Werken Saarbrücken und Leipzig suchen Geschäftsleitung und die Gewerkschaft IG Metall in der Main-Metropole erneut nach Lösungsmöglichkeiten. In dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des Werks in Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um den erwogenen Abbau von 300 der insgesamt 1500 Arbeitsplätze in Saarbrücken. 

Zuvor waren die Beschäftigten des Autozulieferers mit acht Bussen aus Saarbrücken, Leipzig und der Umgebung von Frankfurt angereist. Michael Ebenau, Gewerkschaftssekretär der Bezirksleitung Mitte der IG-Metall und Pressesprecher, schätzte die Zahl der Beschäftigten, die vom Hauptbahnhof über die Karlstraße, Mainzer Landstraße und Bockenheimer Landstraße  zogen, auf etwa 700.  Vor dem Opernturm versammelten sich alle Demonstrationsteilnehmer zum lautstarken Protest, um ihre Verhandlungskommission zu unterstützen. 

Bereits am Frankfurter Hauptbahnhof hatten sich die NHG-Beschäftigten lautstark auf die Kundgebung am Opernturm eingestimmt. „Die NHG-Beschäftigen lassen sich nicht auseinander dividieren", sagte Michael Erhardt von der IG-Metall Frankfurt zu den Plänen der Geschäftsleitung, das Werk in Leipzig zu schließen und Arbeitsplätze in Saarbrücken abzubauen. Etwa 400 der Demonstrationsteilnehmer kamen nach Schätzungen von IG-Metall-Presssprecher Ebenau aus Saarbrücken, 150 aus Leipzig, die übrigen von anderen NHG-Standorten. Die NHG-Beschäftigten wollten ihren Protest vor dem Opernturm bis 14 Uhr fortsetzen.

Auf ihrem Demonstrationszug trugen die NHG-Beschäftigten Transparente mit Aufschriften wie „Halberg muss leben“, außerdem skandierten sie Forderungen wie „Sozialtarif wollen wir, darum sind wir heute hier". Die IG Metall will mit den neuen NHG-Eignern einen Sozialtarifvertrag erreichen. Er soll eine Qualifizierungsgesellschaft und einen vom Unternehmen zu füllenden Treuhandfonds beinhalten, um die Beschäftigten im Fall von betriebsbedingten Kündigungen unterstützen zu können. 

In Leizig und Saarbrücken wehren sich hunderte Arbeiter seit Wochen mit Streiks und Blockaden gegen die Schließung des Werkes bzw. den Abbau der Arbeitsplätze. Die Neue Halberg Guss ist Anfang des Jahres von der Prevent-Gruppe übernommen worden, nachdem sie sich davor vor allem mit dem Autohersteller VW immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten hatte. Der traditionsreiche Autozulieferer stellt überwiegend Motorblöcke, Zylinderköpfe und Antriebswellen für Autos und Nutzfahrzeuge her. Der größte Teil der Produktion geht an Volkswagen. Weitere Abnehmer sind Opel und Daimler.

Das Unternehmen dringt auf ein schnelles Ende der Streiks. Anderenfalls wackelten auch die übrigen Arbeitsplätze im Werk Saarbrücken, hatte NHG-Chef Barbaros Arslan gewarnt. Spielraum für größere finanzielle Zusagen als bisher angeboten sehe er nicht.

Erst am Freitag wird sich das Arbeitsgericht Frankfurt mit der Sache beschäftigen. Die eigentlich für Donnerstag angesetzte Verhandlung einer Klage der Geschäftsleitung gegen den Bundesvorstand der IG Metall ist auf den Freitag vertagt worden, wie NHG bestätigte. (mit dpa)

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