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Protest gegen Israel Gaza-Demo eskaliert in Frankfurt

Etwa 2500 Menschen demonstrieren auf dem Rathenauplatz in Frankfurt zunächst friedlich gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Ein spontaner Protestzug über die Zeil eskaliert danach: Steine fliegen auf Polizisten, die Beamten setzen Schlagstöcke ein.

Spontaner Protest auf der Zeil, wo die Gaza-Demo eskalierte. Foto: Rolf Oeser

In der Frankfurter Innenstadt ist am Samstag eine antiisraelische Demonstration aus dem Ruder gelaufen. Als hunderte Teilnehmer unkontrolliert auf die Zeil strömten, setzten die offensichtlich unterbesetzten Polizeikräfte vor dem Einkaufszentrum „My Zeil“ Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Überwiegend junge Männer griffen die Polizisten daraufhin mit Steinen und Tritten an, die Polizei berichtete am Ende von insgesamt drei leicht verletzten Beamten.

Bereits um 16 Uhr hatten sich nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen auf dem Rathenauplatz versammelt. Wie die Beamten später mitteilten, war die Kundgebung gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen ursprünglich für nur 50 Teilnehmer angemeldet gewesen, daher waren nur wenige Einsatzkräfte vor Ort.

Eskalation vor "My Zeil"

Die Menge skandierte Parolen wie „Allahu Akbar“ (Gott ist groß), „Freiheit für Palästina“ und „Kindermörder Israel“ und schwenkten dabei neben Palästina-Flaggen die Fahnen der Türkei, des Irak, Saudi-Arabiens und der islamistischen Terrororganisation Hamas.

Auf Schildern und Transparenten wurde die Schuld am Nahost-Konflikt eindeutig Israel zugewiesen, unter anderem wurde der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen. Neben Anhängern der Studierenden-Organisation „Die Linke – SDS“ hatten sich auch Islamisten und einige Kader der Neonazi-Gruppe „Nationale Sozialisten Rhein-Main“ unter die Teilnehmer gemischt.

Als die Anmelderin die Kundgebung gegen 17.30 Uhr für beendet erklärte, zogen Hunderte Teilnehmer mit den Parolen „Free Gaza“ und „Free Palestine“ über die Zeil. Die Polizei beschränkte sich darauf, die Menge zu begleiten. In der Höhe des Einkaufszentrums My Zeil eskalierte die Situation: Als der Demonstrationszug gegen 18 Uhr versuchte, eine Polizeikette zu durchbrechen, setzten die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Menschen rannten in Panik durcheinander, junge Männer griffen die Polizisten mit Steinen an. Erst als ein Mann die Menge über einen Lautsprecherwagen der Polizei dazu aufforderte, friedlich zum Rathenauplatz zurückzugehen, beruhigte sich die Situation.

Auf dem Rückweg gab derselbe Demonstrant durch den Polizei-Lautsprecher immer wieder die Parole „Kindermörder Israel“ durch. Gegen 19 Uhr löste sich die Demonstration am Rathenauplatz auf.

Der verantwortliche Einsatzleiter sagte der Frankfurter Rundschau, es seien wesentlich mehr Teilnehmer gekommen, „als wir erwartet hatten“. Dass man gegen Ende den Teilnehmer das Mikrofon für den Lautsprecherwagen überlassen habe, sei zwar „unüblich“, habe aber zur Beruhigung der Lage beigetragen. Einige der Anwesenden kündigten an, am Sonntag, 13. Juli, um 15 Uhr erneut demonstrieren zu wollen, diesmal direkt vor dem My Zeil.

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