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Protest gegen AfD „Gauland ist ein Scharfmacher“

Am heutigen Mittwoch tritt AfD-Vize Alexander Gauland in Frankfurt auf. Die Aktivistin Annette Ludwig macht gegen seinen Auftritt mobil. Im FR-Interview spricht sie über die geplanten Proteste.

Annette Ludwig kandidiert bei der Kommunalwahl am 6. März für Ökolinx. Foto: peter-juelich.com

Mit Protesten gegen Rechtspopulisten hat Annette Ludwig Erfahrung. Die Aktivistin, die kürzlich aus der Linkspartei ausgetreten ist und bei der Kommunalwahl am 6. März für Ökolinx antritt, hat unter anderem den Widerstand gegen die Pegida-Veranstaltungen in der Innenstadt angeführt. Am heutigen Mittwoch macht sie gegen den Auftritt von AfD-Vize Alexander Gauland mobil.

Frau Ludwig, wie wird Ihr Widerstand gegen den Auftritt von AfD-Vize Alexander Gauland in Preungesheim aussehen?
Wir treffen uns um 17 Uhr vor dem Saalbau Ronneburg. Ziel ist es, den Besuchern der Veranstaltung deutlich zu machen, dass es nicht normal ist, einen Termin der AfD zu besuchen. Die AfD ist eben keine normale Partei. Das sind Rechtspopulisten der übelsten Sorte, und das muss jeder wissen, der heute Abend dorthin geht. Auch die Menschen im Stadtteil sollen wissen, wer sich in ihrer Nachbarschaft trifft.

Wollen Sie die Veranstaltung verhindern?
Wenn es möglich ist, natürlich auch das. Unser Aktionskonsens sieht zumindest Menschenketten vor. Aber nach unseren Erfahrungen mit der Polizei bei anderen Veranstaltungen von Rechten dürfte das sehr schwer werden.

Was werfen Sie der Polizei konkret vor?
Die Polizei sieht sich als Eventmanager der Rechten. Es geht ihr ausschließlich darum, denen ihre Veranstaltungen zu ermöglichen.

Die Polizei wird sagen, das ist ihr gesetzlicher Auftrag.
Und ist es auch ihr gesetzlicher Auftrag, Treffpunkte mit Rechten zu vereinbaren, um die zum Veranstaltungsort zu bringen? Das ist mehrfach geschehen. Oder ist es ihr gesetzlicher Auftrag, Gegendemonstranten zu drangsalieren? Wir standen beim Nazi-Aufmarsch in Büdingen dicht gedrängt in einem Kessel. Das ist inakzeptabel.

Kommen wir zu Alexander Gauland. Zumindest will er nicht auf Flüchtlinge schießen lassen und kritisiert seine Parteifreundinnen für diesen Vorstoß …
Kommen Sie, das ist doch reine Taktik. Gauland hat gesehen, dass diese Perversion jetzt sogar vielen AfD-Wählern zu weit geht. Deshalb lehnt er den Schießbefehl jetzt vordergründig ab. Alexander Gauland ist ein Scharfmacher. Er ist verantwortlich dafür, dass die AfD ganz weit nach rechts gerückt ist.

Laut einer Umfrage, die am Dienstag veröffentlicht wurde, kommt die AfD in Frankfurt auf sechs Prozent. Wie werten Sie dieses Ergebnis?
Das ist schlimm. Und ein Ansporn für mich, weiter gegen diese Leute zu demonstrieren.

Aber bundesweit liegen die Zahlen viel höher.
Das ist zwar kein Trost. Zumindest aber haben wir mit unserer Arbeit gegen Pegida offenbar etwas erreicht.

Sie kandidieren bei der Kommunalwahl nicht für die Linke, sondern für Ökolinx. Warum sind Sie gewechselt?
Ich hätte für die Linken bei der Kommunalwahl antreten können. Mit wurde aber auf der Liste nur Platz 13 oder noch schlechter angeboten. Das empfinde ich als Missachtung meiner Themen. Die Linken machen in Sachen Antirassismus einfach viel zu wenig. Deshalb hatte ich dort keine Zukunft mehr.

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