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Prostitution in Frankfurt Wohnungsprostitution nimmt in Frankfurt zu

Nachdem das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten ist, kündigt Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) Kontrollen in privaten Apartments an. Klagen über Wohnungsprostitution häufen sich.

Rotlicht-Tour im Bahnhofsviertel
Alle Prostituierten müssen sich regelmäßig melden. Foto: Peter Jülich

Dass das Ordnungsamt seit Anfang des Monats Ausweise an registrierte Prostituierte ausgibt, findet Sicherheitsdezernent Markus Frank zumindest nicht optimal. „Ich war nicht der Meinung, dass das Ordnungsamt dafür die beste Stelle ist“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch. Besser wäre es, die Frauen erhielten die Dokumente beim Gesundheitsamt, wo sie eine inzwischen obligatorische Beratung bekommen. „Zu einem Arzt gibt es ein anderes Vertrauensverhältnis“, sagte Frank.

Den Medizinern erzählten die Prostituierten womöglich auch etwas von Missständen bei ihrer Arbeit. Doch der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) habe klargestellt, dass die Ausweise vom Ordnungsamt ausgestellt werden müssten.

Prostituierte müssen die Ausweise nach dem im Juli in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz mit sich führen. Sie bekommen sie nach der Gesundheitsberatung gegen eine Gebühr von 50 Euro. Da die Bundesdruckerei erst kürzlich das Papier für die Dokumente geliefert habe, habe das Ordnungsamt erst Anfang Dezember begonnen, die Ausweise auszustellen. Seitdem hätten etwa 100 Frauen das Dokument bekommen. Die Regelungen des Gesetzes hält Frank für sinnvoll.

Stadtrat räumt Dunkelziffer bei Gesetzesverstößen ein

Anders als etwa der Verein Dona Carmen behauptet, gehe es nicht darum, Prostituierte zu gängeln. „Wir brauchen aber Kontrollen in dem Gewerbe“, betonte Dezernent Frank – etwa um gegen Zwangsprostitution vorzugehen.

Der Stadtrat räumte aber ein, dass bei Verstößen gegen das Gesetz mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen sei. Das betreffe weniger die großen Bordelle. Dort sei davon auszugehen, dass die Frauen registriert sind, die Betreiber als zuverlässig eingestuft wurden und genügend Kondome vorrätig sind.

Anders könne das bei der Wohnungsprostitution aussehen, die zuletzt zugenommen habe. Zumindest gebe es deutlich mehr Klagen von Nachbarn der Prostituierten. Ob das Gesetz den Betroffenen überhaupt bekannt ist, sei fraglich. Das Ordnungsamt schaue sich deshalb auch regelmäßig einschlägige Seiten im Internet an und komme zu Kontrollen in die Wohnungen.

Prostitution in den eigenen vier Wänden ist grundsätzlich nicht verboten. Voraussetzung ist aber, dass das Appartement überwiegend zu Wohnzwecken genutzt wird.

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