Lade Inhalte...

Prostitution Frankfurt "Schlag gegen die Frauen"

Der Prostituiertenhilfsverein Doña Carmen kritisiert die Frankfurter Kürzungspläne für den Nachtbus am Straßenstrich. Der Verein hat aber auch Vorbehalte gegen den Bus an sich.

21.08.2012 20:54
Auf dem Straßenstrich an der Messe. Foto: FR/Kraus

Der Prostituiertenhilfsverein Doña Carmen kritisiert die Frankfurter Kürzungspläne für den Nachtbus am Straßenstrich. Der Verein hat aber auch Vorbehalte gegen den Bus an sich.

Als „inakzeptabel und dreist“ hat der Verein Doña Carmen Pläne bezeichnet, die Unterstützung für den Nachtbus am Straßenstrich zu kürzen. Eine Einschränkung wäre „ein Schlag gegen die betroffenen Frauen“, erklärte die Prostituierten-Hilfsorganisation: „Wer im heißen Sommer den Nachtbus wegkürzt, wird im kalten Winter Krokodilstränen über die ,armen Frauen‘ am Straßenstrich vergießen und als nächsten Schritt die Abschaffung des Straßenstrichs fordern.“

Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hatte in der zweiten Augustwoche dem Bus „tolle Arbeit“ bescheinigt – die 110.000 Euro im Jahr seien aber zu viel Geld für eine relativ kleine Gruppe von Betreuten. Sein Haus hat bereits die Zuschüsse eingestellt; seit August trägt das Gesundheitsdezernat allein die Kosten.

Doña Carmen nennt die Kostengründe vorgeschoben. Die Frauen kritisieren, Frank habe „offensichtlich ein Problem mit gesellschaftlichen Minderheiten“. Erst habe er das Occupy-Camp geschlossen, jetzt sei zum wiederholten Male der Straßenstrich an der Theodor-Heuss-Allee im Visier. „Beide Male werden Roma-Frauen als Problem dargestellt.“

Das Konzept des Nachtbusses, in dem Prostituierte Betreuung finden, nennt auch Doña Carmen diskussionswürdig: Der Bus finde keine Akzeptanz, solange ihn ein „polizeinaher christlicher Verein wie FIM“ (Frauenrecht ist Menschenrecht) trage. (ill.)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen