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Prostitutiertenschutzgesetz Das Problem ist und bleibt der Freier

Wer hätte das zu Beginn gedacht? Die Umsetzung des Prosituiertenschutzgesetzes befindet sich auf Erfolgskurs. Doch das Risiko ist und bleibt: der Freier. Unser Kommentar.

Kondompflicht im Rotlichtviertel Frankfurt
Kondompflicht herrscht in einem der einschlägigen Etablissements in Frankfurt. Doch was hinter den Zimmertüren geschieht, lässt sich kaum kontrollieren. Foto: Peter Jülich

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht: Nachdem es anfangs bei der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes heftig rumpelte, befindet sich das Projekt jetzt auf Erfolgskurs. Viele dachten, die Frauen, die sexuelle Dienstleistungen verkaufen, würden abtauchen. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. So wird die umfassende Beratung beim Gesundheitsamt offenbar sehr gern angenommen.

Die Gesundheit liegt den Frauen, die in ihrer Heimat oft ein ganz „normales“ Familienleben führen, am Herzen. Auch die Erlaubnisscheine des Ordnungsamts werden im Großen und Ganzen akzeptiert. Wie genau das Regelwerk aussehen wird, das die Bordellbetreiber befolgen müssen, ist noch unklar. Aber in der Branche wird so professionell gearbeitet, dass Konflikte mit der Obrigkeit eher unwahrscheinlich sind.

Wie der Name schon sagt, soll das neue Gesetz die Frauen schützen. Das größte Risiko dabei sind die Freier. Zwar gilt auf dem Papier eine Kondompflicht. Doch was passiert tatsächlich hinter der Zimmertür? Wer verhindert, dass ein Freier eine Frau misshandelt oder nicht oder zu wenig bezahlen will? Dem Vernehmen nach werden die Freier immer dreister und aggressiver. Viele von ihnen halten Frauen für den letzten Dreck. Ja, es gibt den Klingelknopf im Zimmer, mit dem Hilfe herbeigeholt werden kann. Aber das allein kann nicht die Lösung sein. 

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