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Promi-Fotograf aus Eckenheim Der Vertraute der Stars

Mayk Azzato ist Promi-Fotograf. Er hatte sie alle schon vor der Linse: Von Bill Clinton bis Heidi Klum. Zu Kevin Costner pflegt er engen persönlichen Kontakt. Sein Hauptquartier hat er in Frankfurt - genauer gesagt, in Eckenheim.

17.03.2012 21:57
Moritz Zimmermann
2006 mit dem Boxer Vitali Klitschko in New York.

Er behandelt sie alle gleich. Stars wie Kevin Costner oder Bill Clinton müssen sich freundlich herumschubsen lassen, Ornella Muti, Sophia Thomalla und Brigitte Nielsen hat er vor der Linse gehabt. Nur Clinton wird mit Mr. President angeredet. Aber der war ja auch mal der mächtigste Mann der Welt. Mayk Azzato, Italiener, Frankfurter und Promifotograf, hat hier in der Mainmetropole sein Hauptquartier.

Mitten in Frankfurt-Eckenheim, einem der am dichtesten besiedelten Frankfurter Stadtteile, hat der 43-Jährige sein Fotostudio. Außen wie innen erinnert nur noch wenig an das früher hier in der Eckenheimer Landstraße beheimatete Kino. Es ist hell, weil große Fenster Licht an die weißen Wände lassen. Die Möbel sind schlicht, aber elegant. Einen Stuhl und einen kleinen Tisch hat Azzato selbst entworfen und gebaut. Überhaupt stammt das ganze Interieur aus den Köpfen der Azzatos. Denn der Fotograf und seine Frau haben sich ein eigenes Studio mit Rückzugsräumen für die Stars, mit einem schicken Bad und mit einer Küche gestaltet. „Das ist das fünftälteste Kino Deutschlands“, sagt Azzato. Davon übrig ist nur noch der kleine Projektorraum, von dem aus früher die Filme auf die Leinwand strahlten.

Hier sammelt Azzato alte Scheinwerfer und Blechschilder, daneben steht die Originalkasse des früheren Kinos. Das Sammelsurium dient als Kulisse.

Azzato dreht Werbefilme mit Costner

Zum Beispiel für Filme, denn Azzato ist seit neuestem auch Regisseur. „Der ist zum Teil auch hier entstanden“, sagt der Fotograf über seinen ersten Film. Gerade ist er aus den USA zurück von einem Fotoshooting mit Kevin Costner für eine Werbekampagne. „Ich hab ihm gesagt, was er tun soll, und er hat es getan“, schwärmt Azzato von seiner Arbeit mit dem Oscarpreisträger. Umso mehr freut er sich, wenn seine Arbeit dann anerkannt wird und Leute wie Costner wollen, dass er kommt und sie fotografiert. „Ich bin nicht so der Otto-Normal-Typ“, sagt Azzato. Das drücke sich vor allem auf seinen Bildern aus, denn als Künstler versuche er stets, den Bildern den Azzato-Stil zu verleihen. Den zu beschreiben fällt dem Fotografen selbst nicht leicht. Es gehe ihm um das Unkonventionelle. Zwar beherrsche er die Regeln der Fotografie, sagt Azzato, doch er setzt sich auch gern über sie hinweg.

Das hat sich herumgesprochen, der Fotograf kann sich über zu wenig Arbeit nicht beklagen. Im letzten Jahr ist er 200 000 Meilen geflogen, obwohl die Stars auch zu ihm nach Frankfurt kommen. Neben Sophia Thomalla war gerade erst Verona Pooth da. Und Azzato ist von seinem Job noch immer begeistert, erzählt mit hessisch-italienischem Dialekt von seinen neuen Ideen. Dabei ist der Frankfurter stets heimatverbunden geblieben. „Ich fliege zu den tollsten Locations der Welt und hier in Eckenheim kommt dann alles zusammen“, sagt Azzato. Soll heißen: Der Frankfurter schaut sich um, lässt sich hier von einem Sessel, dort von einer Lampe beeindrucken und richtet sein Eckenheimer Fotostudio dann mit Dingen ein, die er von den Reisen mitbringt oder solchen, die dem Stil, den er entdeckt hat, ähneln. Azzato sammelt keine Postkarten, er lässt lieber die Einrichtung sprechen.

Früher spielte Azzato beim FSV

Früher spielte der Italiener in Frankfurt Fußball. Erst beim FSV, dann in Eckenheim bei Viktoria Preußen. „Ich war ein richtig guter Fußballer.“ Doch eine schwere Verletzung verhinderte die Karriere. Schon damals fotografierte Azzato.

„Aber mehr so nebenbei“, sagt er heute. Sein Vater war Gesellschaftsfotograf für Zeitungen und Magazine, das wollte der Jüngling aber nicht werden. Azzato mochte schon damals die Idee, Freiheiten durch die Fotografie zu genießen. Aber er half gerne aus.

Mit 14 bekam er so seinen ersten Auftrag. Weil sein Vater drei Termine an einem Tag hatte und sich ein Fotograf krankgemeldet hatte, wurde kurzerhand der kleine Mayk geschickt. Als Belohnung für das gelungene Ergebnis gab es dann kurz darauf die erste eigene Nikon, erzählt Azzato. Heute ist der Fotograf selbst Aushängeschild der Linsenfirma.

Azzato fotografiert für die Vogue, er war jahrelang für Heidi Klums Sendung Germany’s next Topmodel unterwegs. Ohne seine Frau hätte er das alles nicht geschafft, sagt Azzato. Die fordere ihn immer wieder dazu auf, etwas Neues zu probieren. So sei auch sein erstes Filmprojekt entstanden. Hier will der Fotograf weiter Fuß fassen. Weitere Projekte hat der 43-Jährige bereits in Aussicht.

Fotoausstellung „Nobody is Perfect“

„Meine Werbung, das sind meine Ausstellungen“, sagt der Eckenheimer, der einmal jährlich zur Fotogala nach Frankfurt einlädt. So präsentierte er zum Beispiel die „Nobody is Perfect“-Reihe, bei welcher der Fotograf Stars als Kriminelle ablichtet, im Großformat und in Schwarz-Weiß. So entstanden auch die hier abgedruckten Fotos.

Ansonsten lebt er davon, dass die Stars ihn haben wollen, sagt der Künstler. Kevin Costner habe sich nur von ihm fotografieren lassen wollen, vor allem deswegen sei er für die Werbekampagne mit dem Hollywood-Schauspieler gebucht worden. Azzato begründet das mit einem Vertrauensverhältnis.

Bei einem Shooting habe man engen persönlichen Kontakt, da müsse es menschlich passen. Und das scheint der Frankfurter nicht nur bei Kevin Costner hinzukriegen. Eckenheim wird so immer wieder zum heimlichen Treffpunkt der Stars.

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