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Pro Asyl Feier ohne Steinbach

Das 25-jährige Bestehen wollte die Menschenrechts-organisation Pro Asyl groß feiern. Im Römer. Dorthin hätte nach den Regeln des Römerprotokolls auch Erika Steinbach, Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, kommen dürfen. Wollte Pro Asyl aber nicht - und verlegte den Festakt kurzerhand vom Römer an den Dom

Ausgeladen: die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (CDU), durfte nicht zur Geburtstagsfeier der Menschenrechtsorganisation kommen. Foto: dpa

Weil sie Erika Steinbach nicht auf ihrer Geburtstagsfeier haben wollte, hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ihre Feier zum 25-jährigen Bestehen kurzfristig vom Römer ins Haus am Dom verlegt. Die Aussicht, dass die CDU-Politikerin an der Feier im Kaisersaal teilnehmen würde, habe unter Weggefährten und Freunden von Pro Asyl sowie Flüchtlingen „Empörung ausgelöst“, sagte Jürgen Micksch, Vorsitzender und Mitbegründer der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft, die ihren Sitz in Frankfurt hat. Steinbach, die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, war als Frankfurter Bundestagsabgeordnete nach den Regeln des Römerprotokolls von der Stadt zu der Feier „Gewissen lässt sich nicht abschieben – 25 Jahre Pro Asyl“ eingeladen worden und hatte zugesagt.

Steinbach habe aber besonders in den 1990er Jahren scharfe Stellungnahmen gegen Ausländer und Asylsuchende verfasst, das nähmen ihr viele Mitglieder bis heute übel, sagte Micksch. Deshalb habe Pro Asyl „mit großem Bedauern“ die Feier im Römer abgesagt und die Menschen eingeladen, „die uns besonders verbunden sind“, sagte er am Samstag vor rund 250 Besuchern.

Zu denen gehörte auch Bürgermeisterin Jutta Ebeling (Grüne), die Frankfurts Magistrat vertrat. Sie persönlich hätte es „mit großer Genugtuung erfüllt“, wenn Pro Asyl im Römer empfangen worden wäre, sagte Ebeling und erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass der Kommunalwahlkampf 1988/89, der „auf dem Rücken von Asylbewerbern“ ausgetragen worden sei, zu den „unrühmlichen Kapiteln der Stadt Frankfurt“ gehöre.

Zu den Gratulanten gehörte auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Per Videobotschaft forderte sie die Organisation auf: „Bleiben Sie unbequem.“

Gekommen war der Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen, Michael Lindenbauer. Er sagte, Pro Asyl habe sich mit seinem inzwischen europaweiten Engagement nicht nur um Flüchtlinge verdient gemacht, „sondern auch um Deutschland“.

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