Polytechnische Gesellschaft Stadtrundgang zum Jubiläum

Studenten haben zum 200-jährigen Bestehen der Polytechnischen Gesellschaft einen Stadtrundgang konzipiert, auf dem selbst Frankfurter ihre Stadt noch einmal neu kennenlernen können.

20.09.2016 18:28
Der besondere Rundgang zur Stadtgeschichte endet am Museum Angewandte Kunst. Fotograf: Rolf Oeser

Drei Jahrzehnte wurde diskutiert, ob die Alte Oper abgerissen oder wiederaufgebaut werden soll. Nicht zuletzt dem Engagement der Polytechnischen Gesellschaft war es zu verdanken, dass die Alte Oper heute eines der Schmuckstücke der Stadt ist. Nicht ganz überraschend ist das Veranstaltungshaus nun auch Station eines von Frankfurter Studenten neu konzipierten Stadtrundgangs zur Polytechnischen Gesellschaft.

Besonders für ortskundige Frankfurter eignet sich der Rundgang. Geschichtsstudentin Christina Held meint: „So kann man die Stadt einmal ganz neu kennenlernen.“ In einer Stunde läuft man insgesamt zehn Stationen ab. Startpunkt ist das Polytechniker-Haus in der Untermainanlage 5. Weitere Standorte sind neben der Alten Oper unter anderem die Alte Mainzer Gasse und der Paulsplatz, wo die Polytechnische Gesellschaft im November 1816 gegründet wurde. Der Rundgang endet beim Museum für Angewandte Kunst. „Hier kann man dann noch entspannt einen Kaffee trinken oder sich noch das Museum anschauen“, empfiehlt Held.

Sieben Studierende des historischen Seminars der Goethe-Universität haben im vergangenen Semester zusammen mit ihren beiden Dozenten Markus Häfner und Torben Giese diesen besonderen Stadtrundgang entworfen. Christina Held ist eine von ihnen. Aus ihrer Arbeit ist eine Broschüre entstanden. Sie zeigt die 200-jährige Geschichte der gemeinnützigen Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt.

An zehn Standorten erlebt man während ihres Rundgangs die Frankfurter Innenstadt neu. „Uns war es wichtig, Geschichte zum Anfassen zu zeigen und sie auf den Punkt zu bringen“, sagt Birgit Sander, die stellvertretende Präsidentin der Polytechnischen Gesellschaft.

Da Bildung und wissenschaftliches Erbe leitend für die Polytechnische Gesellschaft seien, so Sander, sei die Kooperation mit der Universität sehr bereichernd. Häfner von der Goethe-Universität schätzt die Möglichkeit, Geschichte für ein breites Publikum zusammenzufassen und am Ort zu erleben. Mit Hilfe der Kooperation hätten sie eine neue Möglichkeit gefunden, Menschen für Geschichte zu begeistern. Entstanden sei die Idee aus dem Wunsch, praxisnah und anwendungsbezogen zu arbeiten.

Kevin Müller arbeitete am Eintrag über die Paulskirche. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir wollten etwas erarbeiten, was die Menschen in die Hand nehmen können.“

Die Broschüre erklärt den Einfluss der Polytechnischen Gesellschaft auf die Stadtgeschichte. Außerdem zeigt sie das Engagement der Lehrenden und Studenten. Als Grundlage für ihre Recherchen diente ein Fachbuch über die Geschichte der Polytechnischen Gesellschaft des Frankfurter Historikers Thomas Bauer.

Broschüren für den Rundgang erhält man über die Polytechnische Gesellschaft. E-Mail: ptg@polytechnische.de