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Polizeigewalt Frankfurt Wevelsiep muss warten

Im Fall des misshandelten Derege Wevelsiep ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft immer noch gegen zwei Polizisten - ihr fehlen Zeugen, die im Ausland sind. Der Fall Ackermann ist dagegen zu den Akten gelegt: Die Vorwürfe gegen die Polizei können nicht erhärtet werden

Derege Wevelsiep am Tatort. Foto: Christoph Boeckheler

Im Fall des misshandelten Derege Wevelsiep ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft immer noch gegen zwei Polizisten - ihr fehlen Zeugen, die im Ausland sind. Der Fall Ackermann ist dagegen zu den Akten gelegt: Die Vorwürfe gegen die Polizei können nicht erhärtet werden

Der Fall Mounir Ackermann hat keine juristischen Folgen. Wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurden die Ermittlungen gegen einen Polizisten eingestellt. Ackermann hatte behauptet, er sei nach einer Kontrolle in Alt-Sachsenhausen von Beamten misshandelt worden. Zudem habe ein Polizist seiner Frau in den Bauch getreten.

Die Ermittler hätten mehrere Zeugen befragt, die das Geschehen an jenem Abend des 25. November beobachtet hatten, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu. Keiner von ihnen habe gesehen, dass Ackermann oder seine Frau geschlagen oder getreten worden seien.

Zeugen sahen keine Gewalt

Unstrittig ist, dass der 30-Jährige sein Auto auf der Busspur in der Paradiesgasse abgestellt hatte. Die Polizisten verlangten dafür ein Verwarngeld von 35 Euro. Das habe Ackermann auch bezahlt, sich aber anschließend geweigert, seinen Wagen wegzufahren, sagte Möller-Scheu. Die Beamten hätten ihm daraufhin einen Platzverweis erteilt. Als Ackermann weiterhin nicht weggefahren sei, hätten sie ihn in Gewahrsam genommen und Handschellen angelegt, so Möller-Scheu: „Dazu hatten die Polizisten das Recht.“ Tatsächlich habe Ackermann beim Anlegen der Fesseln Verletzungen an den Innenseiten der Arme erlitten. Nach Angaben der Zeugen sei er aber nicht geschlagen worden.

Mounir Ackermann wirft den Polizisten vor, ihn später in eine Hofeinfahrt gezerrt und dort verprügelt zu haben. Dafür gebe es aber keine Zeugen. Auch seien weder bei ihm noch bei seiner Frau Verletzungen festgestellt worden, die auf eine Misshandlung hindeuteten, sagte Möller-Scheu.

Was ist mit Wevelsiep?

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin gegen zwei Polizisten, denen vorgeworfen wird, den Deutsch-Äthiopier Derege Wevelsiep an der U-Bahn-Station Bornheim Mitte bewusstlos geschlagen zu haben. Wevelsiep war im November nach einer Fahrkartenkontrolle mit den Beamten aneinandergeraten. In dem Fall müssten noch weitere Zeugen befragt werden, sagte Möller-Scheu. Das sei bislang nicht möglich gewesen, da sich die Betroffenen im Ausland aufgehalten hätten.

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