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Polizei in Frankfurt Twittern mit Blaulicht

Das Social Media-Team der Frankfurter Polizei soll weiter wachsen. Kein anderes Polizeipräsidium bundesweit beantwortet so viele Fragen.

André Karsten an seinem Arbeitsplatz im Polizeipräsidium. Foto: Christoph Boeckheler

Auf dem Foto ist ein lächelnder Polizeibeamter mit einem Strauß rosa Rosen zu sehen. „Schön, dass es euch gibt!“, heißt der Kommentar zum Bild auf der Facebook-Seite der Frankfurter Polizei am Weltfrauentag. So und teilweise noch lockerer kommentiert das Social-Media-Team der Frankfurter Polizei Szenen aus dem Alltag und der Welt des Verbrechens.

André Karsten, der seit dem Start des Twitter-Kanals 2014 dabei ist, erinnert sich, dass es nicht immer so locker zuging. „Wir haben uns mit Trippelschritten aufeinander zubewegt“, sagt der 38-Jährige zum Verhältnis zwischen der Frankfurter Polizei und ihren Bürgern in den sozialen Medien. 

Irgendwann trauten sich die User bei Twitter auch mal Fragen zu stellen oder einen Witz zu machen. Das Tollste daran: Die Fragen wurden auch beantwortet. Und zwar deutlich häufiger als bei anderen Polizeipräsidien in der Republik, wie Carina Lerch, die Leiterin der Kommunikationsabteilung bei der Frankfurter Polizei, betont: „Wir haben eine Antwortquote von 82 Prozent, das ist deutschlandweit einmalig.“

Hessens größtes Polizeipräsidium hat sich damit bundesweit einen gewissen Ruf erarbeitet. Hauptkommissar Karsten reist durch die Republik und hält Vorträge. Wie in der vergangenen Woche im niedersächsischen Lüchow, als er die versammelten Social-Media-Vertreter der niedersächsischen Polizei über die Grenzen des Humors im Netz unterrichtete.

Auch bei den Usern im Lande hat sich die kommunikationsfreudige Frankfurter Polizei herumgesprochen. Wenn es Anfragen gibt, die so gar nichts mit Frankfurt zu tun haben und Karsten oder einer seiner drei Kollegen mal nachfragt, heißt es schon mal: „Bei euch bekomme ich wenigstens eine Antwort.“

Die Schattenseite der Erfolgsgeschichte: Die fünfköpfige Abteilung, zu der noch die derzeit abkommandierte Hammerwerferin Kathrin Klaas gehört, hat mehr zu tun, als ihr lieb ist. Am Tag der Bombenentschärfung im Frankfurter Westend kamen 6500 Tickets, also Anfragen oder Kommentare über die sozialen Medien rein, häufig sind es 500 oder mehr. 

Das Frankfurter Social-Media-Team soll also weiter wachsen. Wie sehr, das ist noch abhängig von einem derzeit beim hessischen Innenministerium angesiedelten Projekt, in dem die künftige Ausrichtung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der gesamten hessischen Polizei auf dem Prüfstand steht. Erst nach Abschluss des Projekts soll entschieden werden, wie viel Personal die einzelnen Polizeipräsidien  in Hessen künftig in der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

Karsten hätte schon eine Idee, was er mit zusätzlichen Kollegen anfangen würde. „Wir würden mehr auf das Bewegtbild und Videos setzen.“ Gut möglich, dass zum nächsten Weltfrauentag schon Rosen von der Frankfurter Polizei auf dem Youtube-Kanal übergeben werden. 

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