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Pokalfinale Eintracht Frankfurt - Bayern München 8:4 für Eintracht Frankfurt

Wenn man alle maßgeblichen Kriterien seriös bewertet, kann es nur einen Sieger geben. Die FR-Kolumne zum Pokalfinale Eintracht Frankfurt - Bayern München.

Eintracht-Fans
Jubelnde Eintracht-Fans. Foto: peter-juelich.com

Viele Menschen glauben, das DFB-Pokalfinale an diesem Samstag sei schon entschieden, bevor der Schiedsrichter das erste Mal gepfiffen hat. Das ist natürlich Mumpitz. Bei aller Zuversicht: Noch sind 90 Minuten zu spielen, vielleicht auch mehr – noch steht der Sieg der Eintracht also nicht hundertprozentig fest. Eine kleine Außenseiterchance haben die Bayern noch. 

Aber wirklich nur eine winzige. Die Fakten sprechen eine ganz klare Sprache. 

Erstens: Eintracht Frankfurt hat zwischen 2006 und 2017 kein einziges Pokalfinale verloren. Bayern München sehr wohl. Punkt für uns. 1:0. 

Zweitens: Städtevergleich. In Frankfurt leben Menschen aus 7,5 Millionen Nationen. In München leben größtenteils Bayern. Das sagt eigentlich schon alles. Noch wirkt sich das politisch nicht so stark aus wie im Rest dieses – mit Verlaub – etwas kuriosen Bundeslandes (dreitausend Meter hohe Berge, Kühe ohne Ende, aber jahrelang kein Geld für blaue Polizeiautos oder einen anständigen Ministerpräsidenten, der halbwegs verständlich deutsch spricht). Doch München ist umzingelt von Ortschaften, in denen die Leute seit der Bronzezeit CSU wählen und jodeln. Irgendwann werden sie die Stadtmauern überwinden, und dann Gnade der Herrgott den letzten Sozis im Rathaus. Punkt für uns. 2:0.

Drittens: Im vorigen Jahr waren wichtige Vereinsmitglieder verhindert, konnten nicht nach Berlin reisen und mussten das Endspiel vor dem Fernseher verfolgen, darunter der Autor des weltweit einzigen Livetickers, der erst nach dem Spiel erscheint: Ballhorn. In diesem Jahr wird Ballhorn erstmals beim Finale in Berlin vor Ort dabei sein. Punkt für uns. 3:0.

Viertens: Eintracht Frankfurt hat ihre halbseidenen Vereinsführungen vor Jahren vom Hof gejagt und ihre Haudrauf-Mitgliederversammlungen („Du gehst jetzema da runner vom Podium!“ – *zack*) hinter sich. Bayern München johlt seine Vereinsführungen aus dem Gefängnis an die Klubspitze und dann oans, zwoa, gsuffa. Punkt für uns. 4:0. 

Fünftens: Andererseits gewinnt Bayern München mit seinen halbseidenen Vereinsführungen zuverlässig Titel. Punkt für Bayern. 4:1. 

Sechstens: Und Kohle haben die dadurch natürlich auch wie Heu. Punkt für Bayern. 4:2. 

Siebtens: Aber dafür hat Ballhorn noch niemals ein Endspiel in Berlin verloren. Punkt für uns. 5:2. 

Achtens: München hat keinen Goetheturm. Wir momentan auch nicht. Unentschieden. 6:3. 

Neuntens: Aber nächstes Jahr haben wir wieder einen. Punkt für uns. 7:3. 

Zehntens: Wir haben die Europäische Zentralbank. Punkt für Bayern. 7:4. 

Elftens: Wir Frankfurter fahren sehr gern mal ins Berchtesgadener Land oder nach Passau. Es ist dort wunderschön. Die Berge, die Landgasthöfe, die Schmetterlinge. Manchmal kann man an einem See sitzen, ein Weißbier auf dem Tisch, und plötzlich läuft auf der Straße eine Kuhherde vorbei, ohne ihren Bauern, ganz selbstständig, den ganzen langen Weg vom Stall bis zur Weide, und alle Autos müssen anhalten, denn die Kühe haben Vorfahrt. Nachts, wenn man das Licht in seiner Pension ausknipst, hört man die Herde mit ihren Glocken um den Hals wieder zurück in Richtung Stall bimmeln. Ein Traum. Die saubere Luft, die grünen Wiesen, die verschärften Polizeigesetze – und das Beste: Am Ende darf man wieder zurück nach Frankfurt. Punkt für uns. 8:4. 

Wie man sieht, schlägt das Final-Pendel eindeutig zugunsten der Eintracht aus. Aber man hat schon die verrücktesten Sachen erlebt, also keine Überheblichkeiten, bitte. Den Gegner ernst nehmen. Und vor allem: viel Spaß, Jeschäftsfreunde! 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Pokalfinale

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