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Pilotprojekt in Frankfurt Moscheen steigen wieder ein

Das Pilotprojekt zur Verbesserung islamischer Jugendarbeit soll über interne Gespräche gerettet werden. Die Moscheen wollen wieder einsteigen.

Als Reaktion auf die Debatte um ein ins Stocken geratenes Pilotprojekt zur Verbesserung islamischer Jugendarbeit haben Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und die drei beteiligten Moscheevereine erklärt, an der Zusammenarbeit festhalten zu wollen. Man sei „weiterhin daran interessiert, die Jugendarbeit in den Moscheegemeinden zu professionalisieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Eskandari-Grünberg, der Abubakr-Moschee, der Tarik-Moschee und des Vereins TUN.

Bei der Konzeption des Projekts habe es „Probleme und Missverständnisse“ gegeben, räumen die Dezernentin und die Moscheen ein. Diese wolle man nun intern angehen. Die Klärung dieser „Anlaufschwierigkeiten“ sei Sache der Partner und gehöre nicht in die Öffentlichkeit, heißt es in dem Papier weiter. Außerdem wehre man sich gegen jede Stigmatisierung der Moscheen, nur weil diese die Ausgestaltung des Projekts kritisiert hatten.

Das Anfang vergangenen Jahres gestartete und im September offiziell vorgestellte Vorzeigeprojekt des Amts für multikulturelle Angelegenheiten (Amka) und des Vereins für Kultur und Bildung (Kubi) zielt auf eine verbesserte Jugendarbeit in drei Frankfurter Moscheen. Es wird über fünf Jahre mit Steuergeldern finanziert – jährlich kommen 29 000 Euro von der Stadt und 130 000 Euro vom Bundesfamilienministerium. Ende Februar hatten die drei beteiligten Moscheen ihre Mitarbeit aufgekündigt, nachdem sie den Eindruck gewonnen hatten, das Projekt bringe keine Erfolge.

„Anders gelaufen, als wir gehofft hatten“

Ein Vorstandsmitglied einer der Moscheen schilderte der Frankfurter Rundschau, das Projekt sei „anders gelaufen, als wir gehofft hatten“. Auch ein Jahr nach dem Start habe es keinerlei inhaltliches Konzept gegeben, ein im Februar vorgelegter Finanzplan habe viel Geld für den Projektträger und wenig für die Arbeit der Moscheen vorgesehen. Die eingestellten Sozialarbeiter seien zudem wenig professionell aufgetreten. Man habe durch das Projekt „keine Verbesserungen gesehen“. Das Integrationsdezernat nimmt zur Kritik am Projekt keine Stellung, auch Kubi reagierte nicht auf eine FR-Anfrage.

Die Frankfurter Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter, die im Beirat des Projekts sitzt, kritisierte im Gespräch mit der FR, das Amka habe sich um die auftretenden Probleme offenbar gar nicht gekümmert. „Wir sind als Beirat nie konsultiert worden, wie das eigentlich hätte geschehen sollen“, sagte Schröter. Nach dem Ausscheiden der Moscheen habe sie Kubi und Amka um eine Besprechung gebeten. Auf dieses Anliegen sei aber nicht reagiert worden. Das sei umso ärgerlicher, als der Umgang mit Steuergeldern auch eine rechtliche Dimension habe. Für Ende Juni sei nun eine Sitzung des Beirats geplant, sagte Schröter.

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