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Philosophicum Architekt dringend gesucht

Der Unternehmer Rudolf Muhr, Bauherr des Philosophicums, trennt sich vom Architekten des Projektes, dem Frankfurter Stefan Forster. Damit verzögert sich der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes zum Apartmenthaus für Studierende auf unabsehbare Zeit.

Der Umbau des Philosophicums steckt in einem ziemlichen Schlamassel fest. Foto: Peter Jülich

Der Umbau des denkmalgeschützten Philosophicums zum Apartmenthaus für Studierende steckt in einem ziemlichen Schlamassel fest. Der Besitzer des Gebäudes, der vermögende Unternehmer Rudolf Muhr aus Attendorn, hat sich vom Architekten des Projekts, dem Frankfurter Stefan Forster, getrennt. Es gibt scharfe Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Damit verzögert sich das Vorhaben auf unabsehbare Zeit.

Muhr sagte der FR, er werde am heutigen Freitag in Frankfurt Gespräche mit sechs Architekten führen. „Das Telefon steht nicht still, viele sind interessiert.“ Er halte an seinem Zeitplan fest, bis Ende nächsten Jahres den Umbau abzuschließen. Forster, der als einer der besten deutschen Architekten im Wohnungsbau gilt, wirft Muhr ein Verhalten „nach Gutsherrenart“ vor. Für den Unternehmer, der mit Automobilzubehör viel Geld verdient hat, spiele Denkmalschutz „keine Rolle“. Er hege unrealistische Vorstellungen hinsichtlich Zeitdauer und Kosten des Projekts. So habe Muhr von ihm verlangt, den Umbau für ein Drittel des veranschlagten Honorars zu verwirklichen. Der Investor habe die vom Architekturbüro genannte Summe als „unverschämt“ bezeichnet.

Nach mehr als einem Jahr der Beschäftigung mit dem Projekt habe der Bauherr „keinen Euro“ an das Architekturbüro gezahlt. Auch habe Muhr verlangt, die Entwürfe bis zum vergangenen Oktober vorzulegen. Das zeige, dass er keine Vorstellungen von der Komplexität der Aufgabe habe. Forster wütend: „Frankfurt ist aber nicht Hintertupfingen.“ Bauherr Muhr wies alle Vorwürfe zurück. Er besitze sehr wohl Erfahrung mit großen Bauten. „Das ist das zwölfte Projekt, das ich verwirkliche.“ Forster habe sich unprofessionell und „nicht sehr seriös“ verhalten.

Über das Honorar habe es eine „klare mündliche Absprache“ gegeben. Die habe Forster gebrochen. Das persönliche Verhalten des Architekten sei völlig unangemessen: „Er steht mitten in der Besprechung auf und verlässt den Raum.“ Der Investor hat seine Entscheidung, sich von Forster zu trennen, in einem Brief an Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) mitgeteilt.

Stadt schätzt Architekten

Forster hatte umfangreiche Vorgespräche mit den städtischen Planern und Denkmalschützern geführt und Machbarkeitsstudien zum Philosophicum vorgelegt. „Wir wertschätzen das Büro Forster sehr“, sagt die Leiterin des Denkmalamtes, Andrea Hampel. Die Entwürfe Forsters stellten aus Sicht der Denkmalpflege einen „vielversprechenden Ansatz“ dar und seien „genehmigungsfähig“. Man werde aber auch mit einem anderen Architekten gut zusammenarbeiten, so die Amtsleiterin.

Forster ist bereit, seine bisherigen Vorarbeiten und Untersuchungen einem anderen Architekturbüro zur Verfügung zu stellen – gegen ein angemessenes Honorar. „Das wäre eine Frage des Preises.“ In dem Kaufvertrag zwischen der städtischen ABG Holding und Muhr sind bestimmte Eckdaten für das neue Philosophicum fest vereinbart. So soll es neben den Studierenden-Apartments auch eine Kita im Gebäude geben.

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