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Pharma Kanzlerin startet Anlage für Insulin

Das Chemieunternehmen Sanofi investiert in den Standort Frankfurt. Die Produktion eines neuen Diabetes-Präparats soll neue Arbeitsplätze schaffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich beeindruckt.

Angela Merkel in der neuen Fertigungsanlage. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Donnerstag auf dem Werksgelände des Pharmakonzerns Sanofi im Industriepark Höchst symbolisch eine neue Anlage zur sterilen Fertigung von Arzneimitteln in Gang gesetzt. Produzieren soll diese in erster Linie das neue Diabetes-Präparat Toujeo. Die Konzernspitze rechnet damit, dass die aus drei Linien bestehende Anlage schon im kommenden Jahr die ersten Patienten mit Insulin versorgen kann. Ziel ist es, Präparate für bis zu vier Millionen Patienten im Jahr herzustellen.

Toujeo gilt als Nachfolgepräparat für das Insulin Lantus. Dieses ebenfalls in Frankfurt hergestellte Mittel ist der wichtigste Umsatzbringer des französischen Konzerns. Das Patent auf die Arznei, von der Sanofi schon mehr als zwei Milliarden Ampullen produziert hat, ist jedoch ausgelaufen.

1,2 Milliarden in zehn Jahren

In die neue Anlage, die Merkel am Donnerstag gemeinsam mit Konzernchef Olivier Brandicourt, Sanofi-Deutschland-Chef Martin Siewert, Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) inspizierte, hat Sanofi nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro investiert. Innerhalb von zehn Jahren habe man 1,2 Milliarden Euro am Standort Frankfurt investiert, hieß es bei der feierlichen Inbetriebnahme vor zahlreichen Gästen und Beschäftigten.

Nachdem der Konzern Ende 2014 weitere Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro angekündigt hatte, sprach Brandicourt beim Besuch der Kanzlerin von einer Aufstockung um weitere 100 Millionen Euro. 500 neue Arbeitsplätze seien allein in den vergangenen sechs Monaten entstanden, weitere Stellen entstünden bis Ende 2018.

Größter Steuerzahler

Schon jetzt ist Sanofi ungemein wichtig für den Standort Frankfurt. 7300 Menschen arbeiten in dem Werk. Das Unternehmen gilt zudem als der mit Abstand größte Gewerbesteuerzahler. In den Jahren 2013 und 2014 soll es jeweils etwa 400 Millionen Euro überwiesen haben. Das wäre fast ein Viertel der Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

„Wir sollten in Europa dafür kämpfen, ein starker pharmazeutischer Standort zu sein“, sagte Merkel am Donnerstag in einem kurzen Pressestatement. Ausdrücklich lobte sie die Zusammenarbeit von Sanofi und der Fraunhofer-Gesellschaft im Exzellenzzentrum für Naturschutzforschung. Seit Anfang 2014 forschen Wissenschaftler in gemeinsamen Labors, die am Loewe-Zentrum für Insektenbiologie in Gießen angesiedelt sind, nach neuen Antibiotika. Antibiotika-Resistenzen bezeichnete sie als weltweite Bedrohung. Über das Thema werde daher auch beim G7-Gipfel Anfang Juni im bayerischen Schloss Elmau gesprochen. Das Land habe den Bereich Insektenbiologie am Forschungsstandort Gießen seit 2009 mit 41 Millionen Euro unterstützt, sagte Wissenschaftsminister Rhein.

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