Lade Inhalte...

Pfennig-Bazar in Frankfurt Schnäppchen-Jagd geht auf Pfennig Bazar weiter

Schnäppchenjäger können auch heute noch auf dem Pfennig Bazar in Frankfurt auf Beutezug gehen. Und sie tun dabei etwas für einen guten Zweck. Das Geld kommt Kranken zugute.

Pfennig Bazar in Frankfurt
Bazar im Dominikanerkloster: Schon bevor es losgeht, geht es los. Foto: Christoph Boeckheler

Kaum sind die Türen des „Pfennig Bazars“ geöffnet, durchforsten schon Hunderte Neugierige und Sparfüchse das bunte Secondhandangebot. „Wenn man die Klamotten ein bisschen stylt, sind hier richtige Schätze dabei“, sagt Studentin Denise Schneider. Gemeinsam mit ihrer Freundin Catharina Gasper ist sie extra früh aufgestanden, um den Benefizflohmarkt zu besuchen. Die ersten waren sie trotzdem nicht. Die Pfennig-Bazar-Stammkundschaft hat bereits um sechs Uhr die Warteschlange vor dem Dominikanerkloster eröffnet. „Wir kommen her, um Schnäppchen zu machen“, erzählt Wolfgang Kumpf. Er ist schon zum zwölften Mal dabei und schätzt „die vielfältige Auswahl“. Die Altersspanne der Kunden reicht von Studierenden bis zu Rentnern.

Der Großteil der Erlöse fließt in die Arbeit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Bernd Crusius, Geschäftsführer des DMSG-Landesverbands Hessen, betont die Bedeutung dieser Einnahmen: „Letztendlich muss ich für alle Projekte, die wir anbieten, einzeln Sponsoren finden. Da stellt sich schon manchmal die Frage, ob die Therapieplätze und das Beratungsangebot noch bezahlt werden können.“ Die DMSG Hessen unterstützt 4000 Mitglieder. Auch Nichtmitgliedern steht der Verein mit juristischer wie finanzieller Hilfe und Beratungsangeboten zur Seite.

Den Zweck der Veranstaltung haben auch viele Kunden bei der Schnäppchenjagd im Hinterkopf. Margarete Barawella gehörte am Morgen zu einer der ersten in der langen Warteschlange. Jetzt hat sie schon ein Paar Schuhe und eine Tasche gefunden und stöbert fleißig weiter: „Der Bazar hat Kultstatus und man tut etwas Gutes.“

Brigitte Schif-Thomé gehört zu den Helfern, die unermüdlich Kisten auspacken: „Viele denken ja, dass es am Anfang das Beste gibt. Aber wir legen immer wieder nach. Das ist wie eine Wundertüte.“ Gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Margret Bühler leitet sie die Abteilung „Nippes und Haushalt“ und engagiert sich seit dem ersten „Pfennig Bazar“ im Jahr 2004.

Erfahrene Helfer braucht es angesichts der 16 000 Kartons gespendeter Kleidung, Haushaltswaren und Spielsachen, die es in diesem Jahr zu bewältigen gilt. „Etwas Struktur ist nötig, damit bei über 300 Ehrenamtlichen nicht das Chaos ausbricht“, erzählt Susie von Verschuer-Bär. Als erfahrene Spediteurin bringt sie das logistische Wissen für das temporäre Secondhand-Warenhaus mit. Schon die Vorbereitung bedarf einiger Organisation: An sechs Sammelterminen wurden auch in diesem Jahr wieder Spenden sortiert. Dabei werde sehr auf Qualität geachtet, damit die Kunden gute Waren zu kleinen Preisen ergattern könnten, erzählt Verschuer-Bär. Wie gut das ausgewählte Sortiment angenommen wird, zeigt die Erfahrung: „Wir hatten selten mehr als 100 Kartons über.“

Was am Ende des zweitägigen „Pfennig Bazars“ keinen neuen Besitzer gefunden hat, wird an gemeinnützige Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz gespendet. Bis dahin werden noch einige Hundert Besucher stöbern und wühlen. Viele Kunden erzählen, sie wollten oder müssten Geld sparen. Andere wie die Studentinnen Denise Schneider und Catharina Gasper möchten ihr Konsumverhalten ändern: „Wir wollen ein Jahr keine neuen Sachen shoppen, nur Secondhand ist okay.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen