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Petra Roth Petra Roth wird Frankfurter Ehrenbürgerin

Die langjährige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth wird Ehrenbürgerin der Stadt. Die 72-Jährige ist nach Trude Simonsohn erst die zweite Frau, die das Ehrenbürgerrecht erhält.

Römer
Flughafenausbaugegner protestieren vor dem Rathaus. Foto: Monika Müller

Stephan Siegler zeigte sich staatsmännisch. Natürlich wisse er, dass Fluglärm gerade in den südlichen Stadtteilen ein großes Problem sei, sagte der Stadtverordnetenvorsteher vor dem Rathaus. Und er verstehe auch die Aufregung der Betroffenen. Aber: Petra Roth (CDU), die langjährige Oberbürgermeisterin, habe sich wirklich um Frankfurt verdient gemacht – etwa im Städtetag.

Dass der Vorsteher am Donnerstag zunächst auf dem Römerberg zu tun hatte, lag an der Bürgerinitiative Sachsenhausen. Die Fluglärmgegner protestierten dagegen, Roth die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Schließlich sei sie für den Bau der Nordwest-Landesbahn und der damit verbundenen Verlärmung der Rhein-Main-Region verantwortlich. In den vergangenen Wochen hatten sie mehr als 1100 Unterschriften gegen die Auszeichnung für Roth gesammelt, die sie Stephan Siegler am Nachmittag in einem Ordner übergaben.

Erfolg hatte der Protest jedoch nicht. Viele Stunden, nachdem sich die Bürgerinitiative versammelt hatte, entschieden die Stadtverordneten, Petra Roth die Ehrenbürgerwürde zuzuerkennen. Die CDU-Politikerin, die von 1996 bis 2012 Oberbürgermeisterin war, ist nach Trude Simonsohn erst die zweite Frau, die diese Auszeichnung erhält. Die Verleihung ist für Sommer im Kaisersaal vorgesehen.

„Für uns ist das wie ein Schlag ins Gesicht“, sagte Andrea Müller-Wüst, Sprecherin der Bürgerinitiative Sachsenhausen. Immer wieder bezogen sich die Fluglärmgegner auf ein Zitat der Oberbürgermeisterin aus dem Jahr 2000. Jeder habe das demokratische Recht wegzuziehen, hatte Roth bei einer CDU-Veranstaltung Bürgern aus Oberrad zugerufen, die gegen die Pläne für die Nordwestbahn protestierten. Zudem habe Roth mit ihrem Veto im Stadtparlament dafür gesorgt, dass die Stadt nicht gegen den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens klagen konnte.

Obwohl die Verleihung in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen wurde, diskutierten die Politiker auch vor Publikum über Petra Roth. Anlass war eine aktuelle Stunde, die Rainer Rahn einberufen hatte. Der AfD-Politiker zählte zu den Gründern der Fraktion der Flughafenausbaugegner. Er warf Roth vor, sie habe mehrfach ihr Vetorecht im Römer missbraucht.

Die Regierungskoalition verteidigte die Würdigung. Die Debatte über den Flughafenausbau gehe an der Sache vorbei, sagte CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein. Petra Roth habe dazu eine klare Meinung gehabt, und das sei auch ihr Job gewesen. „Keiner der Ehrenbürger war als Duckmäuser bekannt.“

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Manuel Stock, sagte, seine Partei werde in der Frage des Flughafenausbaus immer anderer Meinung sein als Roth: „Es geht aber um die politische Lebensleistung.“ Die Oberbürgermeisterin habe sich unter anderem um Weltoffenheit, kulturelle Vielfalt und den Frankfurter Weg in der Drogenpolitik verdient gemacht, sagte Stock. Mit diesen Themen habe Rahn Probleme – auch das stecke hinter seiner Ablehnung, sagte der Grünen-Politiker.

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