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Petition Frankfurt Westen Kampf für ein neues Gymnasium

Eine Petition für ein neues Gymnasium in den Stadtteilen Gallus, Europaviertel, Gutleutviertel, Rebstock, City-West, Nied und Griesheim ist gestartet, weil man sich im Frankfurter Westen benachteiligt fühlt.

Nicolás Pérez versteht die Welt nicht mehr. Da hat das Gymnasium Nied im vergangenen Jahr im Frankfurter Westen eröffnet – und nun will die Stadt es ins Westend umsiedeln. „Das ärgert mich, es gibt gar keinen Grund für den Umzug“, sagt der Familienvater. Schließlich gebe es im Westen kein grundständiges Gymnasium, während im Westend schon drei ansässig seien. „Den Familien im Gallus wird immer unterstellt, sie würden ihre Kinder nicht aufs Gymnasium schicken – das ist aber Quatsch.“

Pérez sieht die westlichen Stadtteile beim Bildungsangebot benachteiligt und hat eine Online-Petition gestartet. In Papierform hat er sie auch in Supermärkten und Apotheken zum Unterschreiben ausgelegt, an Straßenbahnhaltestellen aufgehängt. Die Forderung: ein neues Gymnasium für Gallus, Europaviertel, Gutleutviertel, Rebstock, City-West, Nied und Griesheim. „Es sollte zentral für alle diese Stadtteile liegen“, sagt Pérez, „denn in keinem gibt es ein Gymnasium.“

Das ganze Thema treibt ihn aus persönlichen Gründen um. Seine Tochter besucht eine vierte Klasse im Gallus und steht vor dem Schulwechsel. „Dadurch erleben wir live mit, wie schlimm es mit der Platzvergabe ist“, sagt er. Die nächsten Gymnasien Richtung Innenstadt seien „hoffnungslos überlaufen“. Viele in seinem Umfeld würden das Goethe-Gymnasium im Westend wählen, aber die Chance auf eine Aufnahme dort sei „so groß wie an ein WM-Ticket zu kommen“.

Deshalb würden viele Eltern ihre Kinder nach Höchst schik-ken, dort gebe es die nächsten Gymnasien. „Aber das ist weit entfernt, ein 50-Minuten-Weg“, sagt Pérez. Zwar sei es ein Anfang, dass eine Oberstufe irgendwann ins Gallus ziehe, „aber das reicht nicht aus“, meint Pérez. Schließlich würde der Bedarf durch die Neubaugebiete wie Europaviertel und Rebstock stetig steigen. „Am Riedberg hat man von Anfang an ein Gymnasium mitgeplant – im Westen nicht.“


Mit seiner Frau kümmert er sich gemeinsam um die Petition. Noch hat sie erst 278 Unterzeichner, doch Pérez sammelt weiter Unterschriften, knüpft Kontakte in den Stadtteilen und zu den Parteien – und stößt auf viel Zustimmung. „Aber es ist sehr mühsam, man bräuchte noch ein paar mehr Mitstreiter.“ Auch wenn die Arbeit anstrengend ist, Pérez will auf jeden Fall weiter für das Gymnasium kämpfen. Auch wenn es für seine Tochter zu spät käme. „Aber hoffentlich nicht für meinen Sohn“, sagt Pérez. Denn der ist erst drei Jahre alt.

Die Petition findet sich unter dem Stichwort „Neues Gymnasium für Europaviertel“ auf www.openpetition.de.

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