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Pegida und Heidi Mund Die "Freien Bürger" sind am Ende

Pegida kann in Frankfurt keinen Fuß fassen. Das Original mobilisiert nur lächerliche 25 Anhänger, Heidi Munds "Freie Bürger" denken sogar ans Aufgeben. Und was ist eigentlich mit Pegida Dresden um Lutz Bachmann?

Die "Freien Bürger" auf dem Römer: Es kommen immer weniger Anhänger. Foto: Rolf Oeser

Seit Januar mobilisierte die Pegida-Bewegung jeden Montag in der Frankfurter Innenstadt ihre Anhänger, der Erfolg war von Beginn an nur mäßig. Als sich die Frontfrau Heidi Mund schließlich mit Lutz Bachmann überwarf und den Ableger "Freie Bürger für Deutschland" gründete, schien sich das Grüppchen immer stärker zu dezimieren, zu groß war der Widerstand im multikulturellen Frankfurt und zu skurril die Auftritte der radikalen Christin, die versuchte mit Gastrednern wie dem Rechtsaußen Michael Mannheimer die Massen zu ködern.

Am vergangenen Montag waren sie erstmals nicht angetreten. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass das Original, Pegida Frankfurt Rhein-Main, zur Mahnwache geladen hatte. Zum anderen scheint den "Freien" das Geld auszugehen. Bereits am 11. Mai hatten sie schweigend ohne Lautsprecherwagen auf dem Römer gestanden: Der Aufruf auf ihrer Facebook-Seite im Vorfeld, die Anhänger mögen doch die Anlagekosten "zwischen 250 und 300 Euro" mittragen, blieb wohl ergebnislos. Stattdessen hielten die "Freien Bürger" weiße Pappschilder in die Höhe, ab und an hörte man Heidi Mund etwas rufen.

Nur noch auf Youtube

Jetzt verkünden die "Freien" auf Facebook, "sowohl Format als auch Turnus unserer zukünftigen Aktivitäten zu überdenken". Beinahe selbstkritisch ist von "ernüchternden Teilnehmerzahlen" die Rede, man werde "etwas Luft holen". Heidi Mund hatte zwar behauptet, dass sie "auf Frankfurts Straßen siegen" werde, doch wolle man zukünftig mit "Videokundgebungen" auf Youtube vertreten sein, damit seien weit mehr Menschen zu erreichen. Dem ist zumindest in Frankfurt uneingeschränkt zuzustimmen. Auf Youtube mögen sie mit rechten Parolen "weiterhin für unser Land und unsere gemeinsame Sache eintreten", die Frankfurter Innenstadt bliebe hingegen zumindest von der montäglichen Blockadesituation verschont.

Dass sich Original-Pegida nochmals dazu aufrafft, vor Ort zu mobilisieren, ist mangels Zuspruch gleichsam unwahrscheinlich. Vielmehr bereitet sich die radikale Rechte unter dem Label "Widerstand Ost/West" auf eine Großdemonstration am 20. Juni in Frankfurt vor, aufgerufen sind "alle Patrioten" - von Pegida über Hogesa. Von einem Auftritt Heidi Munds ist nicht auszugehen.

Auch Lutz Bachmann hört auf

Medienberichten zufolge denkt auch Pegida Dresden über das Ende ihrer "Spaziergänge" nach. Die Sächsische Zeitung berichtet, dass die Wutbürger um Lutz Bachmann am 1. Juni zum letzten Mal marschieren wollen. Es sei ein großes abschließendes Sommerfest geplant - im Kontext zu den Oberbürgermeisterwahlen in Dresden. Hierfür haben sie Tatjana Festerling an den Start geschickt, die für ihre cholerischen Hassreden bekannt ist.

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