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Pegida Krawalle nach Frankfurter Pegida-Demo

Schwere Auseinandersetzungen am Willy-Brandt-Platz in Frankfurt: Im Anschluss an die Pegida-Kundgebung gerät die Situation kurzzeitig völlig außer Kontrolle. Bei den Ausschreitungen kommt es zu mehreren Verletzten.

Die Polizei schützt Pegida-Demonstranten bei ihrem kurzen Zug durch die Innenstadt. Foto: peter-juelich.com

Nach der wöchentlichen Kundgebung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung hat es am Montagabend rund um den Willy-Brandt-Platz schwere Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und linken Gegendemonstranten gegeben. Nachdem die Kundgebung an der weitläufig abgeriegelten Hauptwache überwiegend friedlich verlaufen war, ließ die Polizei die knapp 80 Pegida-Anhänger gegen 20.30 Uhr in einem kleinen Demonstrationszug über Kaiserstraße und Friedensstraße in Richtung Hauptbahnhof ziehen. Viele der rund 1000 Gegendemonstranten, die zuvor die Kundgebung mit Musik, Pfiffen und lauten Parolen begleitet hatten, stellten sich dem Aufzug entgegen. Die Polizei drängte die Menge zur Seite.

Noch in der Kaiserstraße eskalierte dann die Situation: Linke Aktivisten blockierten die Route, zogen Müllcontainer und Bauzäune auf die Straße. Polizisten und Pegida-Anhänger wurden mit Flaschen und Steinen beworfen, eine Pegida-Sympathisantin wurde von einem Wurfgeschoss im Gesicht getroffen und trug eine stark blutende Platzwunde davon. Die Polizei setzte massiv Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die linken Aktivisten ein, mehrere Menschen wurden durch Pfefferspray an den Augen verletzt und mussten ambulant von Demo-Sanitätern versorgt werden.

Gegen 21 Uhr geriet die Situation dann am Willy-Brand-Platz für einige Minuten völlig außer Kontrolle: Gegendemonstranten griffen einen Polizisten auf einem Motorrad mit Schlägen und Tritten an, der Beamte musste daraufhin über die Neue Mainzer Straße davonfahren. Nach Angaben der Polizei wurde zudem die Frontscheibe eines Streifenwagens zertrümmert. Die Beamten setzten weiter Schlagstöcke ein und nahmen mindestens eine Frau vorübergehend fest. Die Menge skandierte immer wieder „Frankfurt nazifrei“ und „Ganz Frankfurt hasst die Polizei“. Als die Beamten die Pegida-Anhänger über eine Rolltreppe zur Abreise in die U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz brachten, wurden diese von oben beschimpft und mit Gegenständen beworfen.

Kundgebung überwiegend friedlich

Erst gegen 21.30 Uhr beruhigte sich die Situation. Viele der Gegendemonstranten zogen in Gruppen zurück zur Hauptwache, wo sich ein Aktivist in einer spontanen Rede darüber beschwerte, dass die Polizei Pegida den Weg überhaupt frei gemacht hatte – trotz der massiven Überzahl der Gegendemonstranten.

Die Kundgebung an der Hauptwache war zuvor überwiegend friedlich verlaufen. Als Gastredner war Michael Stürzenberger, Vorsitzender der Kleinpartei „Die Freiheit“ und Autor des islamfeindlichen Internetportals „Politically Incorrect“, aus München angereist. Unter dem Beifall der versammelten Pegida-Anhänger sagte Stürzenberger, der Islam sei eine „faschistische Ideologie“, gegen die man entschieden Widerstand leisten müsse. Die Muslime in Deutschland und weltweit wollten letztlich die Scharia einführen „und alle, die sich nicht unterwerfen wollen, abmurksen“. Die rund 1000 Gegendemonstranten hatten die Rede mit Lärm gestört, vereinzelt wurden Eier geworfen.

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