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Pegida in Frankfurt Mit Schlagstock zu Pegida

Während der dritten Pegida-Kundgebung in Frankfurt nimmt die Polizei einen polizeibekannten Neonazi fest, der mit einem Schlagstock zur Demo gekommen ist. Jugendliche Gegendemonstranten beklagen sich, von der Polizei angegriffen worden zu sein.

11.02.2015 08:07
Martín Steinhagen, Georg Leppert
Gegendemonstranten mit Plakaten. Foto: peter-juelich.com

Am Tag nach der dritten Pegida-Kundgebung in Frankfurt spricht die Polizei von einem „geringeren Gewaltpotenzial“ im Vergleich zu den Wochen zuvor. Gegendemonstranten warfen wieder Eier und Böller, ein Pegida-Teilnehmer, der der Polizei als „rechtsmotiviert“ bekannt ist, wurde mit einem Schlagstock erwischt und vorläufig festgenommen.

Rund zehn Neonazis des hessischen Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Hessen“ waren zur Pegida-Kundgebung angereist und wurden dort von der Polizei kontrolliert. „Die Beamten haben beobachtet, dass diese begannen, sich zu vermummen, und sind deshalb eingeschritten“, sagt Polizeisprecherin Virginie Wegner. Einer der Männer, ein polizeibekannter Rechter, führte einen Teleskopschlagstock mit, der bei der Kontrolle entdeckt wurde. Er wurde deshalb vorläufig festgenommen.

Mit Ende der Pegida-Versammlung war der Polizeieinsatz aber noch nicht abgeschlossen. Rund 150 Menschen beteiligten sich an einer spontanen Demonstration über die Freßgass zur Alten Oper. Sie hatten zuvor gegen die Pegida-Kundgebung demonstriert.

Gehirnerschütterung erlitten

Unterdessen gab es an der Hauptwache offenbar Auseinandersetzungen zwischen Schülern und der Polizei. Ein 16-Jähriger berichtete, er habe gemeinsam mit etwa zehn Freunden gegen Pegida demonstriert und sich danach noch lange rund um die Katharinenkirche aufgehalten. Gegen 20 Uhr seien rund 20 Polizisten auf die Gruppe zugerannt. Dabei hätten die Beamten die Jugendlichen auch tätlich angegangen. Einer aus der Gruppe erlitt nach Darstellung des Schülers eine Gehirnerschütterung. Erst viel später hätten die Jugendlichen den Grund für den Einsatz erfahren: Die Polizei habe vermutet, dass die Schüler Eier auf die Pegida-Aktivisten geworfen hätten, was nicht der Fall gewesen sei. Die Polizei war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen am Dienstagabend nicht mehr zu erreichen.

Pegida-Anmelderin Heidi Mund sagte der FR am Dienstag, sie sei „zufrieden, wäre aber gerne gelaufen“. Ein geplanter Spaziergang der Gruppe musste angesichts der großen Gegendemonstration abgesagt werden. Am kommenden Montag werde Pegida „den Verantwortlichen eine Pause gönnen“, das sei Ergebnis eines Gesprächs mit Polizei und Ordnungsamt, sagte Mund. Aufgrund von Fastnachtsveranstaltungen sei in der Innenstadt ohnehin genug los. Am 23. Februar wolle sich die Gruppe aber wieder um 18.30 Uhr an der Hauptwache versammeln.

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